Uni-Kassel
14. März 2017Pro Hauptseminar Rechtschreibunterricht
Seit der jüngsten IGLU-E-Studie ist die Ineffektivität des Rechtschreibunterrichts an (Grund-)schulen bekannt. Es geht nicht um mehr Rechtschreibunterricht, sondern um neue Konzepte des Rechtschreibunterrichts. Denn zu wenige Kinder können vom Rechtschriebunterricht profitieren und gesicherte orthographische Fähigkeiten beim Schreiben von Texten...
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Jetzt Lernplan erstellenSeit der jüngsten IGLU-E-Studie ist die Ineffektivität des Rechtschreibunterrichts an (Grund-)schulen bekannt. Es geht nicht um mehr Rechtschreibunterricht, sondern um neue Konzepte des Rechtschreibunterrichts. Denn zu wenige Kinder können vom Rechtschriebunterricht profitieren und gesicherte orthographische Fähigkeiten beim Schreiben von Texten erwerben.
Nicht-Lernprozesse im Rechtschreiben werden also zunächst als Problem des Unterrichts gesehen. Deshalb ist das Seminar eng mit der Unterrichtspraxis des Rechtschreibunterrichts verknüpft und will für schwache Rechtschreiber im Unterricht Förderkonzepte entwickeln.
Wesentliche Schritte zur Erarbeitung eines Förderkonzepts sind
- die Auseinandersetzung mit aktuellen und älteren Förderkonzepten (LRS/Legasthenie)
- die Analyse des Schriftsystems des Deutschen als Lerngegenstand
- und schließlich das Verständnis für situationsentbundenen und situationsentbundene rechtschriftliche Lehr- und Lernprozesse. Dazu gehört die Kenntnis von Diagnoseverfahren, aber auch das Wissen über sinnvolle Aufgabenstellungen und die Begleitung von Lernprozessen.
Die Förderkonzepte für die schwachen Rechtschreiber werden in enger Beziehung zum Textschreiben der Kinder entwickelt, weil davon ausgegangen wird, dass Rechtschreibung sowohl historisch als auch gegenwärtig im Kern die Arbeit an der Lesbarkeit von Texten ist. Ausgehend von situationsgebundenem operativem und deklarativem orthographischem Wissen, das beim TExtschreiben gebraucht wird, soll automes Wissen über die Rechtschreibung entstehen, das wiederum beim Textschreiben eingesetzt werden kann.
Das Seminar ist gleichzeitig das SPS-Begleitseminar, das für die SPS-Studierenden der Entwicklung eines angemessenen Förderkonzeptes für die schwachen Kinder dient. Am 13.6. soll ein rechtschriftliches Diagnoseverfahren an einer Kasseler Grundschule durchgeführt werden.
Kruse, Norbert (2012): Rechtschreibung unterrichten. Strukturen der Wortschreibung und Kompetenzorientierung. Grundschulunterricht Deutsch 3/2012, S. 4-11.
Kruse, Norbert (2012): Kompetenzorientierte Aufgaben zum Rechtschreiblernen. Arbeit an orthographischen Prinzipien und mit eigenen Wörtern. Grundschulunterricht Deutsch 3/2012, S. 38 - 45.
Kruse, Norbert/Reichardt, Anke (2010): Rechtschreibförderung im sozialen Raum der Klasse - Ergebnisse eines Lehrforschungsprojekts mit Studierenden. In: Heinzel, F./Panagiotopoulou, A. (Hrsg.): Qualitative Bildungsforschung im Elemntar- und Primarbereich. Bedingungen und Konetxte kindlicher Lern- und Entwicklungsprozesse. Baltmannsweiler: Schneider-Hohengehren, S. 227 - 244.
Bemerkung
SprDid
Leistungsnachweis
Grundsätzlich ist die Anmeldung zur Modulprüfung über HISPOS bis zum 10.06. erfoderlich.
L1, M6: Der Leistungsnachweis erfolgt mit einer 10seitigen schriftlichen Arbeit, die ein Förderkozept für ein rechtschreibschwaches Kind thematisiert.
L1, M4: Vorlage eines schriftlichen Unterrichtskonzept für das Textschreiben und Rechtschreiben im SPS.
L1, M2: Gesamtmodulprüfung als mündliche Prüfung mit dem sprachwissenschaftlichen Seminar. Anmeldung nicht nur bei HISPOS sondern auch schriftlich beim Seminarleiter des DIDAKTISCHEN SEMINARS. Anmeldebogen im Netz auf den Seiten der Primardidaktik oder im Institut für Germanistik. Diese schriftliche Anmeldung sollte bis spätestens zum 21.06. erfolgen!
FB 02 Institut für Germanistik
10061,6101
Uni Kassel
SoSe 2013
Germanistik/Deutsch
Prof. Dr.
Kruse Norbert