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Uni-Hannover
14. März 2017

Productive City Herzbergstraße Berlin Lichtenberg

Von Soziologen, Stadtplanern und Ökonomen wird vermehrt auf die Notwendigkeit einer Wiederansiedlung materieller Produktion in den Städten hingewiesen, um vorherrschende soziale Ungleichheiten zu überkommen, wirtschaftliche Potenziale besser zu nutzen und letztlich attraktivere Städte zu schaffen. Im Seminar -Productive City- werden...

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Von Soziologen, Stadtplanern und Ökonomen wird vermehrt auf die Notwendigkeit einer Wiederansiedlung materieller Produktion in den Städten hingewiesen, um vorherrschende soziale Ungleichheiten zu überkommen, wirtschaftliche Potenziale besser zu nutzen und letztlich attraktivere Städte zu schaffen. Im Seminar -Productive City- werden wir uns deshalb mit unterschiedlichen Ansätzen und Modellen zur produktiven Stadt kritisch auseinandersetzen. Die Entstehung und Entwicklung von Stadt ist unmittelbar mit der Ökonomie der Stadt verbunden, die auf materieller und nicht-materiellen Produktion beruht. Dem entsprechend unterliegt die Organisation der Stadt und ihre Produktivität den Gesetzmäßigkeiten lokaler, wie auch zunehmend globaler politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen. Während die Industrialisierung seit der Moderne und die globalisierte Wirtschaft zu einer Ausdünnung der Vielfalt innerstädtischer Ökonomien hin zu reinen Dienstleistungsstandorten und gleichzeitig zur Auslagerung der Güterproduktion in entlegene Gewerbegebiete an den Rand der Metropolen und darüber hinaus in andere Länder geführt hat, zeigen sich zunehmend die Probleme einer solchen Trennung materieller Produktion von der Wissensproduktion für die Stadt und deren Gesellschaft. So konnte der Verlust an Arbeitsplätzen in der industriellen Fertigung nicht durch die Schaffung meist höherwertiger Arbeitsplätze in der Dienstleistungsbranche ausgeglichen werden. Die dadurch entstandene -Entkoppelung von Beschäftigungsentwicklung und Arbeitslosigkeit- (Läpple) verhindert einen Aufstieg und Anschluss unterer sozialer Schichten an die Mittelschicht. Gleichzeitig haben Städte und damit die Gesellschaft durch die Auslagerung der materiellen Produktion die an Produktionsstandorte gebundenen Innovationspotenziale, ihr synergetisches Potenzial, verloren. Ergebnis sind strukturschwache Stadtquartiere mit abgegrenzten sozialen Milieus, die den hochentwickelten, strukturstarken und konsumorientierten Innenstadtbezirken gegenüberstehen. Gleichzeitig leiden außerhalb der Städte die bestehenden Industrieparks unter der Abwesenheit von Urbanität als Kapital zur Wissensproduktion. Dieser Situation steht die Bemühung gegenüber, die materielle Produktion und damit auch Innovationspotenziale wieder vermehrt in die Stadt zurückzuholen. Während Unternehmen noch immer ihre Betriebe aus Kostengründen in periphere Gewerbegebiete verlagern, ist es die Aufgabe von Architekten und Stadtplanern, Modelle für materielle Produktion in der Stadt zu entwickeln. Dabei interessieren uns die Potenziale, die im Zusammenspiel von materieller Produktion, Wissensproduktion und sozialer Teilhabe für das Wohnen und Arbeiten in der Stadt entstehen können. Durch die systematische Analyse von Beispielen als Fallstudien, unterstützt durch ausgewählte Texte und Vorträge, werden im Seminar die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der materiellen Produktion, städtischen Transformationsprozessen und architektonischen Modellen herausgearbeitet und besprochen. Wobei der Betrachtung der sozialen, ökonomischen und politischen Implikationen dieser Modelle und ihre Realisierung in der postindustriellen Stadt unser besonderes Interesse gelten wird. Basierend auf den gewonnen Erkenntnissen sollen die Studierenden befähigt werden, gezielte Problemstellungen im Verhältnis von materieller Produktion und Wissensproduktion sowie Wohnen und Arbeiten zu formulieren. Das Seminar kann sowohl methodisch als auch inhaltlich als Vorbereitung auf sich in Zukunft anschließende Entwürfe sowie Masterarbeiten im Themenfeld der -Productive City- genutzt werden. Dehn, Henning, Dipl.-Ing. Exkursion: 10.11. bis 12.11.2016 Universität Hannover WiSe 2016/17 Eberhardt, Anett, M. Sc. Prof. Dipl.-Ing. Quednau Andreas