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Uni-Siegen
13. Mai 2015

Professionlle Identitäten und die Rolle der Bezugswissenschaften

Professionlle Identitäten und die Rolle der Bezugswissenschaften - Beschreibung der Veranstaltung an der Universität Siegen.

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Voller Titel deiser Veranstaltung lautet: "Wie der besondere Blick geübter Pilzsucher.." - Professionlle Identitäten und die Rolle der Bezugswissenschaften.

Schon die ersten Frauen, die sich Anfang des 20. Jahrh. praktische gedanken über Ausbildung zur Sozialen Arbeit machten (etwa. Gertrud Bäumer (1873-1954); Alice Salomon (1872-1948) und Marie Juchacz (1879-1956)) waren unzufrieden mit dem verengten und verengenden Blick, den die für eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung ins Auge gefassten 'Bezugswissenschaften' ihrer Studentinnen auferlegten, weil er die Fülle unterschiedlicher menschlicher Lebensweisen zu dürren Konstruktionen von 'dem Menschen' verkürzte und verdorrte. der Text von Gertrud Bäumer ist früher Hilferuf nach lebens- und menschenwissenschaften, welche die Augen von Studierenden auf die Fülle menschlicher (Über-) Lebensweisen öffneten und andeuten konnten, welche Lebenshilfen Berufe Sozialer Arbeit zusätzlich (und bei Krisen des Misslingens) materiell und ideel anbieten könnten.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und der Niederringung des nationalsozialismus konzentrierten sich die Demokratisierungsbemühungen der alliierten Besatzungtruppen auf inzwischen entwickelte formen demokratischer Methoden der Zusammenarbeit mit Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher herkunft und unterschiedlicher Bildungsansprüche. Die sogenannten 'klassicschen Methoden der Sozialen Arbeit' = Einzel(fall)hilfe, Gruppenpädagogik und Gemeinwesenarbeit wurden im Hauptstudium an Fachhochschulen und (einigen, wenigen) Universitäten gelehrt. Daran erinnert das Interview mit C.W. Müller (2013).


Die Aufwertung der Fachschulen zu 'Fachhochschulen' und 'Hochschulen für angewandte Wissenschaften' schien den Ruf nach einer 'eigenständigen Sozialarbeiterwissenschaft' zu begründen. Vor allem wurde die Forderung nach eigenständigen empirischen Forschungsprojekten über die und in der Sozialen Arbeit erhoben (= Handlungsforschung; Praxisforschung). Die Fachhochschulen wollten nicht länger von den als 'abgehoben' geltenden Forschungsergebnissen universitärer Grundlagenforschung abhängig sein. dazu ein früher Beitrag von Wolf Rainer Wendt aus dem Jahr 1995.