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Uni-Dortmund
14. März 2017

Projekt A 02 Klimaschutz im denkmalgeschützten Altbestand Das 8222 Schlossberg Quartier 8220 in Arnsberg 8211 Entwicklung eines quartiersbezogenen Ansatzes zur Steigerung der Energieeffizienz 8211

Hintergrund: -Der Weg zur Energie der Zukunft- (Bundesregierung 2011) welchen die Bundesregierung im letzten Jahr zur energiepolitischen Wende eingeschlagen hat, soll eine sichere, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung gewährleisten. Mit dem Umbau der Energieversorgung sind ambitionierte Ziele verknüpft: 50% CO2-Minderung bis...

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Hintergrund: -Der Weg zur Energie der Zukunft- (Bundesregierung 2011) welchen die Bundesregierung im letzten Jahr zur energiepolitischen Wende eingeschlagen hat, soll eine sichere, bezahlbare und umweltfreundliche Energieversorgung gewährleisten. Mit dem Umbau der Energieversorgung sind ambitionierte Ziele verknüpft: 50% CO2-Minderung bis zum Jahr 2030 gepaart mit der Substitution von 23% der Stromerzeugungskapazitäten durch regenerative Energieträger (BMVBS 2012). Die gesteckten Klimaschutzziele sind allein durch den Ausbau erneuerbarer Energieträger, ob großflächig an dezentralen Standortorten oder im Gebäudebestand, nicht zu erreichen. Neben der Effizienzsteigerung stellt die Energieeinsparung ein wesentliches Handlungsfeld des Klimaschutzes dar. Abseits der politisch beschlossenen Klimaschutzziele existieren weitere Gründe, die für eine energetische Stadterneuerung sprechen: zum einen der sich abzeichnende Klimawandel und der weltweit wachsende Energieverbrauch, der mit stark steigenden Endverbraucherpreisen einhergehen dürfte. Klimaschutz ist demnach keineswegs ein abstraktes Ziel ohne direkt fühlbare Zugewinne für den Einzelnen. Durch baulichen Wärmeschutz kann der Strom- und Wärmebedarf gesenkt und mit dem Umstieg bzw. den Teilumstieg auf regenerative Energiequellen dieser Faktor der Wohnnebenkosten stabilisiert werden. Somit bleibt die Nutzbarkeit und Vermietbarkeit von privaten und öffentlichen Immobilien gewahrt. (BMVBS 2012: 8) Jedoch zielte die energetische Erneuerung des Bestands bisher zu sehr auf Einzelmaßnahmen einzelner Eigentümer ab, ohne dass damit ein integriertes Entwicklungskonzept für Stadtquartiere verbunden worden ist. Im Rahmen der Energetischen Stadterneuerung sind die Städte und Gemeinden aufgerufen die entsprechenden Maßnahmen durchzuführen und die vorhandenen Einsparpotentiale zu analysieren und aktivieren. Die Stadtentwicklungsplanung wird sich zukünftig wesentlich genauere Zielvorstellungen davon machen müssen, wie auf der räumlichen Ebene der Gesamtstadt, des Quartiers und von Gebäudeensembles die Themen Effizienzsteigerung und der Einsatz regenerativer Energien sinnvoll miteinander verknüpft werden können. Denn die im Bestand eingesparte Nachfrage muss auch im zentralen Versorgungssystem durch wirtschaftlich und ökologisch tragbare Anpassungen realisierbar sein (BMVBS 2012: 9). Die Folgen für die Stadtentwicklung sind noch nicht absehbar, dürften aber gewaltig sein, wenn man bedenkt, dass bisher auf jede Umstellung der Basis-Energiequelle eine Modifikation der Stadtstruktur erfolgte (Sieverts 2012). Die größten Einsparpotentiale bieten in der Regel die Altbaubestände, da sie im Gegensatz zu modernen Gebäudetypen einen Energiemehraufwand besitzen. Gerade die innerstädtischen Altbauquartiere weisen aber auch eine hohe Sensibilität auf, da sie das Erscheinungsbild der Stadt maßgeblich prägen. Neben Bedenken des Denkmalschutzes gilt es vor allem die energetischen Zielvorstellungen mit den Ansprüchen der Bewohnerschaft des Quartiers und weiteren städtischen Akteuren wie dem Einzelhandel und der Bürgerschaft an sich in Einklang zu bringen. Denn die Quartiere sollen nach der energetischen Optimierung schließlich ihre Lebensqualität bewahren und auch künftig für (Wohn)Nutzungen attraktiv sein. Letztlich soll durch den integrierten Quartiersansatz eine mehrdimensionale Aufwertung des Quartiers erzielt werden. Projektansatz: Es besteht ein guter Kontakt zur Stadt Arnsberg, die seit 2011 ein Integriertes Klimaschutzkonzept (IKSK) (Stadt Arnsberg 2011) für die Gesamtstadt aufgestellt hat. Dort werden wesentliche CO2-Einsparpotentiale (26%) bei den privaten Haushalten gesehen. So verweisen auch mehrere Maßnahmen des IKSK Arnsberg auf das dort brachliegende Potenzial, welches nun genutzt werden soll; beispielsweise die Maßnahmen Nachbarschaftliche Quartierssanierung (EffGeb13) und Altbausanierung und Denkmalschutz (EffGeb16). An dieser Stelle setzt auch das Projekt an, genauer gesagt im Schlossberg-Quartier im Stadtteil Alt-Arnsberg, der sich durch seinen hohen historischen Altbaubestand mit zahlreichen Fachwerkhäusern auszeichnet. Aus Sicht des Denkmalschutzes relevant ist zudem ein weiterer Bereich des Stadtteils nahe dem Neumarkt, der durch im klassizistischen Stil erbaute Gebäude aus dem frühen 19. Jahrhundert geprägt wird. Ziel des Projektes könnte eine energetische Analyse des Quartiers auf der Grundlage von Gebäudetypen sein, die nach einer standardisierten Beurteilung (Erstellung einer Gebäudetypologie, Anwendung von Energiekennwerten) erfolgen könnte. Andernfalls könnte auch die anzunehmende hohe Individualität der Gebäude im Vordergrund stehen und die Machbarkeit verschiedener Sanierungsmaßnahmen eruiert werden, die sich zu einer Beurteilung der -energetischen Begabung- (Wurzbacher 2012: 25) des Quartiers zusammenfassen lässt. Hier besteht ein deutliches Spannungsfeld zur Baukultur; -gute- Architektur und das Ortsbild sind zu erhalten. Neben den baulichen Voraussetzungen der Gebäudetypologie beeinflussen auch deren Nutzung und Lage sowie die bauliche Dichte (Stadtstruktur), das vorhandene Versorgungssystem und die Struktur des Verkehrsnetzes (Nahverkehrsangebot) den Energiebedarf des Quartiers (BMVBS 2012: 15). Unterstützt wird die Zusammenarbeit von Fakultät Raumplanung und Stadt Arnsberg von der Energieagentur.NRW. BMVBS (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) (Hrsg.) (2012): Energetische Stadterneuerung - Zukunftsaufgabe der Stadtplanung. Schriftenreihe Werkstatt: Praxis Heft 78. Berlin. Bundesregierung (2011). Eckpunktepapier: Der Weg zur Energie der Zukunft - sicher, be¬zahlbar und umweltfreundlich - Vom 06.Juni 2011 Sieverts, T. (2012): Resilienz, Energie und Stadtform. In: Siems, T; Klußmann, R.; Simon, K.; Wurzbacher, S. (Hrsg.): urban transitions, Strategien und Thesen zur nachhaltigen Stadt. Wuppertal. S. 44-53. Wurzbacher, S. (2012): Energetische Begabung von Quartieren. In: Deutsches Architektenblatt, DAB Nordrhein-Westfalen, Heft 8. S. 24-25. Weitere Informationsquellen: Website Klimaschutzkonzept Arnsberg; abrufbar unter: http://www.arnsberg.de/klima/klimaschutzkonzept.php Website Energieagentur.NRW; abrufbar unter: http://www.energieagentur.nrw.de Bachelor Raumplanung (2012) Technische Universität Dortmund WiSe 2012/13 Bachelor Raumplanung (2007) Dipl.-Ing. Flex Florian