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Uni-Dortmund
14. März 2017

Projekt A 14 Wer kauft schon bei IKEA H M Real und Co Muss die Planung ihre Perspektive ändern

-Shoppingcenter mag natürlich keiner. Kein Sonnenlicht und immer nur Douglas und H&M, so heißt es, wenn sie in der Innenstadt sind. Hässliche Parkplatzlandschaften, immer nur Toom und Kaufland, heißt es, wenn sie vor den Toren der Stadt liegen. Trotzdem sind...

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-Shoppingcenter mag natürlich keiner. Kein Sonnenlicht und immer nur Douglas und H&M, so heißt es, wenn sie in der Innenstadt sind. Hässliche Parkplatzlandschaften, immer nur Toom und Kaufland, heißt es, wenn sie vor den Toren der Stadt liegen. Trotzdem sind diese Center so erfolgreich, dass das Land voll davon ist und immer noch neue gebaut werden. Im Osten stehen besonders viele, auch dort, wo gar nicht so viele Leute wohnen- (Stolz: 2011: 8). Die in den letzten Jahrzehnten entstandenen Einkaufzentren sind aus der deutschen Einkaufslandschaft nicht mehr wegzudenken. Die für die kommenden Jahre geplanten Neubauten lassen vielmehr vermuten, dass sich diese -Standortform- des Einzelhandles noch weiter etablieren wird. Die Entwicklung in diesem Marktbereich ist geprägt durch Verkaufsflächenausweitung, Filialisierung und räumlicher Konzentration auf der Anbieterseite. Die räumliche Planung hat in diesem Zusammenhang den Anspruch, lebendige Innenstädte zu sichern sowie eine flächendeckende und verbrauchernahe Grundversorgung mit Gütern sicher zu stellen (§ 2 Abs. 2 Nr. 2 ROG). (Hager 2010) Konzentrierten sich die Einkaufszentren lange Zeit auf autofreundliche Standorte in der Peripherie (-auf der grünen Wiese-) – begünstigt durch den mit dem Wirtschaftswunder rapide gestiegenen Motorisierungsgrad der Bevölkerung – so lässt sich mittlerweile eine Standortverlagerung zu sog. -Innerstädtischer Einkaufzentren- in Nebenzentren oder in der unmittelbaren -City- erkennen. Aufgrund der zunehmenden Konkurrenz zwischen den Kommunen und der Handelsunternehmen um Kunden, werden die klassischen Einkaufsangebote um Freizeitinfrastrukturen, Gastronomie und teilweise Kulturangebote ergänzt, denn man verkauft in einen gesättigten Markt hinein, wo nur das jeweils attraktivste Angebot bestehen kann. Zudem sind gerade im Agglomerationsraum Ruhr gleich mehrere Zentren in der Nähe verfügbar. Neben den -klassischen- Einkaufszentren haben sich folglich weitere Formen wie Urban Entertainment Center (Kombination von Unterhaltung, Freizeit und Erlebnis mit Handel), Factory Outlet Center (Direktverkauf Markenartikel) und Themen-Center (spezielle Warengruppen, -Teppichcenter-) gebildet. Von Letzteren unterscheidet man die weiter verbreiteten -Fachmarktzentren-, die sich dadurch auszeichnen, dass viele selbständige großflächige Einzelhandelsunternehmen (Baumärkte, Möbelhäuser) konzentriert an einem Standort (meist an Ausfallstraßen der Großstädte) entstanden sind. Es stellt sich die Frage, inwiefern diese Typen von Einkaufszentren neue Zentralitäten erzeugen und als komplementär zu den Innenstädten und klassischen Angebotsformen funktionieren können. Welcher Kunde kauft in welchem Center ein und warum bevorzugt er dieses? Lassen sich bei den Centern, die ja teilweise von einem Management organsiert werden, auch gewisse Angebotsstrategien erkennen, die auf eine bestimmte Klientel zugeschnitten sind? Es ist vorgesehen, dass im Rahmen der Projektarbeit eine empirische Studie unter Anwendung quantitativer und qualitativer Methoden durchgeführt wird, die es ermöglichen soll, die Einkaufszentren einer fragestellungbezogenen Systematisierung zuzuführen. Ebenso ist es denkbar in diesem Zusammenhang die jeweiligen (Kunden)Einzugsbereiche zu ermitteln. Als Ergebnis dieser Studie könnten die Rahmenbedingungen einer erfolgreichen Centerstrategie herausgearbeitet werden, die auch (aus Sicht des jeweiligen Centertyps) relevante Anknüpfungspunkte im Raum definiert. Letztendlich ist es für die räumliche Planung entscheidend, Informationen über nachfrage- und angebotsseitige Präferenzen zu haben, um steuernd eingreifen zu können. Regionale Koordination der Standorte bedeutet auch, oftmals interkommunale Kooperation zwischen benachbarten Kommunen zu initiieren, um lokale Egoismen, die in ruinösen Wettkämpfen zu enden drohen, wirksam begegnen zu können. Dekanat Raumplanung Technische Universität Dortmund SoSe 2012 Bachelor Raumplanung (2007) Dipl.-Ing. Flex Florian