Uni-Kassel
14. März 2017Projekt Baukulturelle Diskurse in Hessen
Das Projekt geht von der Beobachtung aus, dass Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung im öffentlichen Diskurs recht einseitig thematisiert wird. Stadt- und landschaftsplanerische Themen haben dabei nur eine relativ geringe Bedeutung. Dies hat in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Projekt geht von der Beobachtung aus, dass Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung im öffentlichen Diskurs recht einseitig thematisiert wird. Stadt- und landschaftsplanerische Themen haben dabei nur eine relativ geringe Bedeutung. Dies hat in den letzten Jahren im Zusammenhang mit der Baukulturbewegung zu vielfältigen Aktivitäten unterschiedlichster Akteure geführt, die darauf abzielen, die Bevölkerung stärker für derartige Themen zu sensibilisieren. Darüber hinaus unterliegen aber auch Fachdiskurse auf Tagungen, in Zeitschriften und an Universitäten Moden und Konjunkturen, die bisweilen kuriose Wendungen nehmen. Hier spielt die Nationale Stadtentwicklungspolitik eine interessante und aufschlussreiche Rolle bei dem Versuch, für die Themen der Bundespolitik auch innerhalb der Fachwelt stärker zu werben und die Rolle des Bundes sowie der Stadtentwicklungspolitik allgemein bekannter zu machen.
Betrachtet man die Situation in Hessen, so fällt auf, dass hier weder eine starke Debattenkultur in der Fachwelt noch eine sehr ausgeprägte Kommunikation von stadt- und landschaftsplanerischen Themen in die weitere Bevölkerung hinein stattfindet - und das im Gegensatz zu aktiveren Bundesländern wie etwa Nordrhein-Westfalen. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass auf gesamtdeutscher Ebene die Kürzung des Städtebauförderungsprogramms Soziale Stadt massiv diskutiert und kritisiert wird, dagegen die Tatsache fast völlig unkommentiert bleibt, dass die hessische Landesregierung und das Landesparlament aus Spargründen die vom Bund zur Verfügung gestellten Mittel nicht einmal im vollen Umfang kofinanziert und somit die Möglichkeiten für eine nachhaltige Quartiersentwicklung zusätzlich eingeschränkt werden. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl in Hessen sollte sich die Fachwelt etwa in Form des Fachverbands SRL einmischen und die sich zur Wahl stellenden Parteien stärker dazu befragen, welche Perspektiven sie für die hessische Stadtentwicklungspolitik sehen und in welcher Form sie dazu in einen Dialog mit anderen gesellschaftlichen Kräften treten wollen.
Vor diesem Hintergrund untersucht das Projekt den Stand der baukulturellen Diskurse in Hessen in seiner ganzen Breite. Die Rolle des Landes, der Kommunen (am Beispiel von Kassel), von Verbänden und Universitäten und anderen Akteuren wird dabei auf die Themen, die Formen, die Ziele und die Mechanismen und Strategien der baukulturellen Kommunikation innerhalb der Fachwelt und mit der breiteren Öffentlichkeit untersucht. Ein wesentlicher Baustein ist dabei auch die Rolle von Dokumentarfilmen zu Themen der Stadt- und Landschaftsplanung, die in großer Zahl im Videoarchiv des Grauen Raums vorliegen und derzeit im Rahmen eines zu beantragenden Forschungsprojekts auch über das Studienprojekt hinaus im Fachbereich ASL untersucht werden.
Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines Positionspapiers bzw. einer Studie zum Stand des baukulturellen Diskurses in Hessen und Empfehlungen zu seiner Weiterentwicklung, der in die fachöffentliche Debatte im Vorfeld der Landtagswahl eingespeist und öffentlich diskutiert werden soll.
FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung
Uni Kassel
SoSe 2013
Architektur
Stadt- und Regionalplanung
Univ.-Prof. Dr.-Ing.
Altrock Uwe Ing