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Uni-Kassel
15. März 2017

Projekt Nachhaltiges Pflegemanagement am Beispiel des Bergparks Wilhelmshöhe

Zu den wichtigsten Instrumenten der Vegetationsentwicklung zählen die Pflegewerke. Seit den 1980er Jahren wird Pflege zunehmend aus der Perspektive von finanziellen Einsparungen diskutiert. Obwohl auch damals schon kritische Stimmen die Qualität der Vegetation bedroht sahen, zählt die Pflege bis heute...

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Zu den wichtigsten Instrumenten der Vegetationsentwicklung zählen die Pflegewerke. Seit den 1980er Jahren wird Pflege zunehmend aus der Perspektive von finanziellen Einsparungen diskutiert. Obwohl auch damals schon kritische Stimmen die Qualität der Vegetation bedroht sahen, zählt die Pflege bis heute zu den Haupteinsparungsfeldern in der Grünflächenpolitik. Da jedoch das Problem der Qualitätsentwicklung erkannt wurde, wird inzwischen auf ein Pflegemanagement gesetzt, das u.a. die Qualität kontrollieren bzw. gewährleisten soll. Die Pflege langfristig aufrecht erhaltener und kontinuierlich weiterentwickelter Vegetation zählt zu den Hauptaufgaben in der Gartendenkmalpflege. Die Qualität der Vegetation hat deshalb hier grundsätzlich mehr Gewicht als in anderen öffentlichen Grünflächen. Die Pflege denkmalgeschützter Parkanlagen ist ebenfalls generell von Einsparungen betroffen, was sich in der Geschichte der meisten historischen Parkanlagen auch wiederholt bemerkbar macht (z.B. zu Zeiten der Weltkriege). Kompensiert werden Einsparungen dort ebenfalls durch eine Zurücknahme der Pflegeintensität bzw. durch Personaleinsparungen. Auch die sogenannte Rationalisierung (Mechanisierung) der Pflege hat vor historischen Parkanlagen nicht Halt gemacht. Zugleich wird die Arbeitsintensität jedoch auch wieder gesteigert, wenn mehr Mittel zur Verfügung stehen. Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Grünflächen in öffentlicher Hand ist die hier oft vorhandene personelle Kontinuität, durch die vor allem langfristige Entwicklungen und hochwertige Erscheinungsbilder der Vegetation erreicht werden können. Um diese Qualität aufrecht zu erhalten bzw. zu stärken und zugleich möglichen künftigen Einsparungen zu begegnen bzw. mit den vorhandenen Mitteln besser zu haushalten, soll für den Bergpark ein parkinternes Vegetationspflegewerk als Basis des Pflegemanagements entwickelt werden. Die Auseinandersetzung mit der vorhandenen Entscheidungs-, Personal- und Pflegestruktur und zugleich die Kenntnis der Denkmalziele und der realen Vegetation zählen zu den Grundlagen, die gesichtet und für die Erstellung der Pflegeplanung ausgewertet werden müssen. Weil das Projekt in ein aktuelles Forschungsprojekt eingebunden sein wird, werden besondere Einblicke in das Pflegemanagement eines Gartendenkmals gewährt. Literatur: Sehr wichtig ist die Lektüre des aktuellen Parkpflegewerks: Becker, H.; Karkosch, M. 2007: Park Wilhelmshöhe Kassel. Parkpflegewerk. Edition der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen, Monographien Band 8. Regensburg außerdem Bellin-Harder, F. 2011: In der Schwebe. Vegetationsdynamik und Pflegeprognostik. Ein vegetationskundlicher Beitrag zur Gartendenkmalpflege am Beispiel der Löwenburg im Bergpark Wilhelmshöhe, Kassel. ICOMOS 1964: Charta von Venedig. Internationale Charta über die Erhaltung und Restaurierung von Kunstdenkmälern und Denkmalgebieten im Internet) ICOMOS 1981: Charta von Florenz. Charta der historischen Gärten. Verfasst vom Internationalen Komitee für Historische Gärten (im Internet) Hennebo, D. (Hrsg.) 1985: Gartendenkmalpflege. Grundlagen der Erhaltung historischer Gärten und Grünanlagen. Stuttgart Niesel, A. et al. 2006: Grünflächen-Pflegemanagement. Stuttgart

FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel SoSe 2012 Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung Architektur Dr.-Ing. Bellin Harder Florian