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Uni-Kassel
14. März 2017

Projekt Stockweide reloaded

1:1 Entwurfsprojekt . Es geht um den Entwurf eines neuartigen Materials, um eine Veredelung des heimischen nachwachsenden Rohstoffs mit jahrhundertelanger Tradition: Stockweide. Jeder kennt sie: von Mamas selbstgeflochtenem Pilzkorb, Designermöbeln aus den 50ern oder preiswerten Importkörben aus dem Osten. Weil...

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1:1 Entwurfsprojekt . Es geht um den Entwurf eines neuartigen Materials, um eine Veredelung des heimischen nachwachsenden Rohstoffs mit jahrhundertelanger Tradition: Stockweide. Jeder kennt sie: von Mamas selbstgeflochtenem Pilzkorb, Designermöbeln aus den 50ern oder preiswerten Importkörben aus dem Osten. Weil schon längst importierte billige Ware hierzulande erhältlich ist und die traditionelle Korbästhetik im Angesicht industrieller Produktoberflächen auf dem Prüfstand steht, ist das heimische Korbflechthandwerk und mit ihm der Anbau von Stockweiden als Wirtschaftszweig fast verschwunden. Hier setzt das Projekt an. Untersucht werden soll das Potenzial der Stockweide für eine Nutzung in der Architektur. Zentral im Projekt ist eine Formholzpresse, mit der mehrfach gekrümmte Flächen erzeugt werden können. Die zylindrischen dünnen langen Stockweiden werden flächig angeordnet, miteinander verbunden und als Fläche verformt. Die tragfähigen, stabilen und leichten Elemente werden für eine architektonische Probe zu einem Pavillon aneinandergefügt. Ein neuartiges Material und sein Herstellungsprozess können gestaltet werden. Wir arbeiten insbesondere praktisch und experimentell. Kenntnisse in Rhino und Grashopper sind außerdem vorteilhaft. Während des praktischen Forschens wird aus den aufkommenden Interessen der Studierenden ein Diskurs entwickelt und verfolgt, der u.a. durch Fragen geprägt ist wie: warum und wie entwickelt man ein neues Material? Wo kommt Material her? Endet es irgendwo? Was passiert dazwischen? Wo liegt der Gestaltungsspielraum? Welche Parameter sind für die Entwicklung und das Material selbst relevant? Wie kann es aussehen und wie kann es wirken? Wie prägt es das Bauwerk? Wie bedingen sich Werkzeug und Material? Wie bedingen sich Architektur und Material? Wieviel Handarbeit und wieviel Automatisierung verträgt ein Produktionsprozess in Deutschland? Wie ist messbar, ob sich ein neues Material lohnt? Ist das neue Material nachhaltig? Wann ist ein Material nachhaltig? FB 06 Architektur, Stadtplanung, Landschaftsplanung Uni Kassel WiSe 2015/16 Architektur Univ.-Prof. Klussmann Heike