Uni-Kassel
14. März 2017Projektseminar Kommunale Sozialpolitik Akteure Interessenvertretung und Leistungserbringung 8211 Teil 1
Der -neue- Wohlfahrtsstaat ist durch -neue soziale Risiken- auf der einen und eine veränderte Erbringung sozialstaatlicher Leistungen durch Wohlfahrtsmärkte auf der anderen Seite gekennzeichnet. Dabei spielen unter dem Begriff der -neuen Subsidiarität- die Sozialpolitik auf kommunaler Ebene und damit die...
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Jetzt Lernplan erstellenDer -neue- Wohlfahrtsstaat ist durch -neue soziale Risiken- auf der einen und eine veränderte Erbringung sozialstaatlicher Leistungen durch Wohlfahrtsmärkte auf der anderen Seite gekennzeichnet. Dabei spielen unter dem Begriff der -neuen Subsidiarität- die Sozialpolitik auf kommunaler Ebene und damit die dort anzutreffenden Akteure eine bedeutende Rolle. Akteure wie etwa die Wohlfahrtsverbände, die wohnort- und personennahe soziale Dienstleistungen erbringen, sind dabei nicht zuletzt in einer Doppelrolle aktiv. Sie bieten nicht nur wohlfahrtsstaatliche Leistungen an, sondern treten gleichzeitig auch als Interessenvertretung ihrer Klienten auf. Dies ist nicht das einzige mögliche Spannungsverhältnis. Sie sind Akteure des dritten Sektors, gehören also zum Bereich der Zivilgesellschaft. Ehrenamtliche Arbeit hat für die Wohlfahrtsverbände einen wichtigen Stellenwert. Sie beschäftigten gleichzeitig als Arbeitgeber eine große Zahl von Erwerbstätigen, die wohlfahrtsstattliche Leistungen erbringen. Dabei stehen sie nicht nur theoretisch in Konkurrenz zueinander, sondern vielmehr noch zu privatwirtschaftlichen Anbietern. Mit Blick auf diese Punkte ergibt sich eine Vielzahl von interessanten und spannenden Fragen.
Der erste Teil des Projektseminars im Sommersemester gliedert sich in zwei Teilbereiche:
Thematisch:
Der erste Seminarteil bietet einen Überblick über kommunale Sozialpolitik sowie die Auswirkungen des Wandels des Sozialstaates und der Etablierung von Wohlfahrtsmärkten. Darüber hinaus werden Organisationsformen und -strukturen, Akteurskonstellationen, Funktionen, Aufgaben und Leistungserbringung von Akteuren im Bereich der kommunalen Sozialpolitik behandelt. Dabei spielen auch Formen und Strategien von Interessenvermittlung und Einflussnahme eine Rolle.
Fachlich:
Im ersten Teil des Seminares werden des Weiteren die relevanten politikwissenschaftlichen Methoden und Theorien zur Erforschung von Organisationen, Interessensvertretung und Sozialpolitik erarbeitet. Den Studierenden soll es so ermöglicht werden, selbstständig ein eigenes Untersuchungsdesign zu entwickeln und ein Projekt durchzuführen. Die Projekte werden in Kooperation mit Akteuren aus der Praxis erarbeitet. Sie sollen für die Praxis relevante Fragestellungen aufgreifen und bearbeiten. Das Projektseminar ist Teil des Service Learning Konzeptes an der Universität Kassel und verknüpft theoretisches Lernen, praktische Projektarbeit und gesellschaftlich relevante Forschungsbedarfe.
Für die Erhebung der Empirie ist die veranstaltungsfreien Zeit zwischen Sommer- und Wintersemester vorgesehen. Die begleitete Auswertung und die Diskussion der Ergebnisse sowie die Erstellung des Projektberichtet erfolgen im zweiten Teil des Seminares im Wintersemester. Die Ergebnisse der einzelnen Projekte sollen in einem Workshop am Ende des Wintersemesters mit Akteuren aus der Praxis und Interessierten diskutiert werden.
Für das Projektseminar besteht Anwesenheitspflicht.
• Dahme, Heinz-Juergen/ Wohlfahrt, Norbert (Hrsg.)
• Boeckh, Jürgen/ Huster, Ernst-Ulrich Benjamin (2006): Sozialpolitik in Deutschland. Eine systematische Einführung
• Schmidt, Manfred G.Historische Entwicklung und internationaler Vergleich
• Sebaldt, Martin/ Straßner, Alexander (Hrsg.) (2006): Klassiker der Verbändeforschung, Wiesbaden: VS Verlag.
• Sebaldt, Martin/ Straßner, Alexander (Hrsg.) (2006): Verbände in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung, Wiesbaden: VS Verlag.
• Winter, Thomas von/ Willems, Ulrich (Hrsg.) (2007): Interessenverbände in Deutschland, Wiesbaden: VS Verlag.
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SoSe 2013
Politikwissenschaften HF
Dr.
Greef Samuel