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Uni-Kassel
14. März 2017

Projektseminar Transformationsgesellschaften zwischen Angleichung und Abgrenzung

Dieses Seminar ist der erste Teil eines auf zwei Semester angelegten Projektseminars. Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen eines Dialogs zwischen westlichen und nicht-westlichen politischen Konzepten und Handlungsweisen auszuloten.Im Sommersemester sollen theoretische Grundlagen erarbeitet und erste Fallstudien vorgenommen werden: Das...

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Dieses Seminar ist der erste Teil eines auf zwei Semester angelegten Projektseminars. Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen eines Dialogs zwischen westlichen und nicht-westlichen politischen Konzepten und Handlungsweisen auszuloten.Im Sommersemester sollen theoretische Grundlagen erarbeitet und erste Fallstudien vorgenommen werden: Das Ende der Blockkonstellation und die dadurch eingeleitete -vierte Welle der Demokratisierung-sowie nicht zuletzt durch die Ereignisse des -Arabischen Frühlings- scheint erneut die These zu bekräftigen, dass bestimmte globale Designs wie Demokratie und Menschenrechte universell sind. Diese gesellschaftlichen Veränderungen scheinen nach einem evolutionär wirkenden Muster abzulaufen, an deren Ende (fast) immer eine liberale Demokratie westlichen Zuschnitts zu stehen scheint. Die Darstellung dieser Tendenz, die von John Meyer Isomorphismus genannt, wird von verschiedenen Kriter_innenals westliche Repräsentationen der Welt und gesellschaftlich-sozialer Beziehungen kritisiert, die aus ihrem (-kulturellen-) Entstehungskontext heraus auf die gesamte Welt übertragen wird. Die Folge der Übertragung und Vermittlung dieser globalen Designs und Konzepte auf die lokale Ebene sind Brüche, Missverständnisse und Konflikten. Das Seminar wird sich im Sommersemester den theoretischen Zugriffen widmen und die Debatte um diesen Isomorphismus erarbeiten und diskutieren. Daran werden sich kritische (insbesondere postkoloniale) Perspektive anschließen. Des Weiteren werden wir uns mit Methoden sozialwissenschaftlicher Forschung beschäftigen und eine für die Anwendung auf das Forschungsthema geeignete Auswahl treffen. Zuletzt wird eine Vorauswahl an Fällen, Transformationsgesellschaften des -Nicht-Westens-, getroffen, die die Grundlage für eine weitere Beschäftigung bilden werden. Im Wintersemester erfolgt die Anwendung des aus den Theorien entwickelten Wissensauf diese Fälle. In Arbeitsgruppen werden die Teilnehmenden ihre Fragestellungen konkretisieren, den methodischen Zugriff den gewählten Fällen anpassen (Fragebögen, Interview, Diskursanalyse etc.), den Untersuchungsgegenstand eingrenzen (bspw. auf konkrete Träger_innen der Transformation) und die Erhebung vornehmen. Am Ende des Seminars wollen wir für die Fälle die Frage beantworten, ob die These vom Isomorphismus aufrechtzuerhalten ist und wo konkret Brüche und Konflikte in der Aneignung globaler Designs liegen. Vorkenntnisse im Bereich der Transformationsforschung sind von Vorteil. Chakrabarty, Dipesh 2000: Provincializing Europe. Postcolonial Thought and Historical Difference.Princeton, NJ u.a. Chakrabarty, Dipesh 2010: Europa als Provinz: Perspektiven postkolonialer Geschichtsschreibung. Frankfurt/Main. DiMaggio, Paul J./Powell, Walter W. 1991: Introduction. In: DiMaggio, Paul J./Powell, Walter W. (Hg.): The New Institutionalism in Organizational Analysis. Chicago, London: 1-38. Meyer, John W. 2005: Weltkultur. Wie die westlichen Prinzipien die Welt durchdringen. Frankfurt/Main. Meyer, John W./Rowan, Brian 1978: The Structure of Educational Organizations. In: Meyer, Marshall W. (Hg.): Environments and Organizations. San Francisco: 78-109. Mignolo, Walter 2000: Local Histories, Global Designs. Coloniality, Subaltern Knowledges, and Border Thinking.Princeton. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel SoSe 2012 Politikwissenschaften HF Dr. Krause Britta