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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Propädeutikum Methoden der Medien und Kulturwissenschaft

Die Einführungsveranstaltung zielt darauf ab, die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis zu vermitteln und anzuwenden. Wissenschaftliche Praxis wird im Studium der Medien- und Kulturwissenschaft im wesentlichen durch zwei Formen von Begegnungen bestimmt: 1) die Begegnung zwischen dem Selbst und dem...

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Die Einführungsveranstaltung zielt darauf ab, die Regeln der guten wissenschaftlichen Praxis zu vermitteln und anzuwenden. Wissenschaftliche Praxis wird im Studium der Medien- und Kulturwissenschaft im wesentlichen durch zwei Formen von Begegnungen bestimmt: 1) die Begegnung zwischen dem Selbst und dem Anderen, die aus der Auseinandersetzung mit Positionen und Argumentationen anderer Autoren hervorgeht und die Unterscheidung zwischen eigenem und fremdem Gedankengut erforderlich macht und 2) die Auseinandersetzung des lesenden bzw. rezipierenden Selbst des Studierenden mit dem Gegenstand wie einem Text, einem Film, einer Theateraufführung, einem Videospiel, einem Radiobeitrag, einer Installation usw. Diese beiden Formen der Begegnung sind ein wichtiger Antrieb der geisteswissenschaftlichen Forschung, eine reiche Inspirationsquelle und der Ausgangpunkt für den Wissenserwerb. Sie sind aber auch die Ursache für die Notwendigkeit der Praxis der Zitation, die im Wesentlichen dazu da ist, die Verankerung einer Arbeit in einem wissenschaftlichen Kontext, einer Tradition oder Debatte zu verdeutlichen. Wenn die Grenze zwischen dem Eigenen und dem Fremden jedoch nicht erkannt und respektiert wird, läuft man Gefahr, Plagiat zu betreiben. Für Studienanfänger ist die Unterscheidung zwischen dem fremden und dem eigenen Gedankengut oft gar nicht so einfach zu leisten. Die Kompetenzen hinsichtlich der Zwecke, Ziele und Formen der Zitation sind ausbaufähig. Ein zentrales Anliegen der Medien- und Kulturwissenschaft ist es, die nicht-textlichen Gegenstände genau so erst zu nehmen, wie die mittels der Schrift verfassten Texte der Theorie bzw. der Philosophie. Im Hinblick auf diese Frage werden wir im Seminar nach der Rolle von Bildern und Tönen im Studium der Medien- und Kulturwissenschaft fragen und den angemessenen Umgang mit Bildern und Tönen gegenüber dem Textuellen in der wissenschaftlichen Praxis erörtern. Wir werden die Kriterien für einen professionellen Umgang mit Bild- und Tonausschnitten diskutieren und die technischen Voraussetzungen für die Praxis des Zitierens von audiovisuellen Materialien behandeln. In diesem Seminar erhalten Sie einen Einblick in eine Bandbreite von medien- und kulturwissenschaftlichen Methoden. Neben der intensiven Textarbeit und dem Erstellen eines bibliographischen Eintrags vermittelt die Veranstaltung die Fähigkeit, Texte in ihren historischen und wissenschaftshistorischen Kontext einzuordnen, indem sie einen Überblick gibt über die wichtigsten Ansätze der Ideengeschichte. Den Fokus, eigene von fremden Gedanken zu unterscheiden, reflektiert die Veranstaltung im Umgang mit Begriffen, in der Zitierpraxis, im korrekten Umgang mit wissenschaftlichen Quellen, im Bibliographieren und im Einüben des Erkennens und Artikulierens von wissenschaftlichen Positionen. Praktisch werden Sie üben, ein Forschungsthema zu entwickeln und einzugrenzen, Ihr Erkenntnisinteresse zu benennen und eine Forschungsfrage bzw. eine These zu formulieren - den Ausgangspunkt und Kern jeder wissenschaftlichen Arbeit. Institut für Medien- und Kulturwissenschaft Universität Düsseldorf SoSe 2017 Univ.-Prof. Dr. Curtis Robin