Uni-München
14. März 2017Proseminar An den Rändern der internationalen Filmgeschichte Christian Petzold und der deutsche Film
Das filmische Werk des deutschen Regisseurs Christian Petzold steht im Kontext der sogenannten Berliner Schule, einer im europäischen Kino einflussreichen Filmbewegung, der Petzold neben weiteren Vertretern wie Angela Schanelec oder Thomas Arslan zugerechnet wird, für ein Kino, das sich für...
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Jetzt Lernplan erstellenDas filmische Werk des deutschen Regisseurs Christian Petzold steht im Kontext der sogenannten Berliner Schule, einer im europäischen Kino einflussreichen Filmbewegung, der Petzold neben weiteren Vertretern wie Angela Schanelec oder Thomas Arslan zugerechnet wird, für ein Kino, das sich für historische, ästhetische oder theoretische Positionen der Filmwissenschaft besonders offen zeigt. Petzolds Schaffen bezieht seinen Reiz neben einer latenten Auseinandersetzung mit dem, was man unter dem Begriff einer nationalen Kinogeschichte fassen kann, vor allem aus den in den Filmen aufgeworfenen Fragen des Umgangs mit audiovisuellen Inszenierungsstrategien. In Petzolds Ästhetik konzentriert sich eine Phänomenologie filmischen Sehens, die werkübergreifend etwa das Verhältnis von Körper, Raum, Narration und Identität ins Zentrum der Betrachtung rückt und speziell die Brüche und Übergänge zwischen diesen Bereichen zur Disposition stellt. Filme wie -Die innere Sicherheit-, -Yella-, -Wolfsburg- oder -Barbara- legen in ihren Darstellungsmodi den Akzent auf die subtile Inszenierung von narrativen Zwischenräumen und Leerstellen, die sich als interpretativ doppelbödig entfalten. Durch kontrapunktische Verfahren wie der Verwendung differenter Bild- und Tonkodierungen und einer meist elliptischen Erzählweise verweigern sich Petzolds Filme einer eindeutigen Lesart und hinterfragen dramaturgische Konventionen speziell eines Genrekinos im Bereich des deutschen Films, das nicht nur Figurenmuster, sondern damit verbunden auch bestimmte Erzählformen ausgeprägt hat. Doch was ist überhaupt der deutsche Film; insbesondere im Verhältnis zum internationalen? Wie lässt sich Petzolds Werk vor diesem Hintergrund als Teil des deutschen Films und speziell unter dem Label der Berliner Schule beschreiben? Das Seminar möchte anhand eines analytischen Streifzuges durch Petzolds Werk in Verbindung mit mehreren Vergleichsbeispielen diesen sowie weiteren Spuren folgen.
Literatur zur Vorbereitung:
Christine Hanke: Eine neue Phänomenologie des Sehens. Die Filme der Berliner Schule, in: dies.: Texte – Zahlen – Bilder. Realitätseffekte und Spektakel. Bremen 2010; Alexander Schlicker: Einen Phantomkörper im Auge behalten oder: Überwachen, Markieren, Schänden. Blickregime in Christian Petzolds DDR-Drama Barbara (2012), in: Torsten Erdbrügger/Stephan Krause (Hg.): Leibesvisitationen. Der Körper als mediales Politikum in den (post)sozialistischen Kulturen und Literaturen. Heidelberg 2014; Jana Heberlein: Die Neue Berliner Schule. Zwischen Verflachung und Tiefe: Ein ästhetisches Spannungsfeld in den Filmen von Angela Schanelec. Stuttgart 2012;
Leistungsnachweis
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
oder:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
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Schaudig_Filmphilologie.pdf Text für 28.4. 22.04.2015 30.09.2015
Heisterhagen_DekonstruktionPolitischerMythos.pdf Text für 28.4. 22.04.2015 30.09.2015
Wedel_FilmgeschicheAlsKrisengeschichte.pdf Text für 28.4. 22.04.2015 30.09.2015
Proseminar Sommersemester 2015 Schlicker Christian Petzold.doc Seminarplan 14.04.2015 30.09.2015
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BeilSchröterEngellWenzFernsehserieTEXTTEIL2.pdf Text für 5.5. (Textteil 2) 28.04.2015 30.09.2015
GriemGesellschaftsroman.pdf Text für 5.5. 28.04.2015 30.09.2015
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KarlPrümmPorträtPetzold.pdf Text für 14.7. 08.07.2015 30.09.2015
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Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
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B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie):
Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet.
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Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
oder:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 4 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Kultur- und Medienwissenschaften m/n/o/p- (WP 4.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
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SoSe 2015
Fakultät für Sprach und Literaturwissenschaften