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Uni-Essen
14. März 2017

Proseminar Das Deutsche Reich und seine westeuropäischen Nachbarn im Hochmittelalter

In der Veranstaltung sollen die -auswärtigen Beziehungen- Deutschlands zu seinen Nachbarn im Westen Europas vom 11. bis zum 13. Jahrhundert beleuchtet werden. So soll am Beispiel Deutschlands und Frankreichs die Geschichte zweier benachbarter Räume vergleichend betrachtet werden, wobei die Beziehungsgeflechte...

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In der Veranstaltung sollen die -auswärtigen Beziehungen- Deutschlands zu seinen Nachbarn im Westen Europas vom 11. bis zum 13. Jahrhundert beleuchtet werden. So soll am Beispiel Deutschlands und Frankreichs die Geschichte zweier benachbarter Räume vergleichend betrachtet werden, wobei die Beziehungsgeflechte und nicht zuletzt auch die unterschiedlichen Entwicklungen in den beiden karolingischen Nachfolgereichen untersucht werden sollen. Darüber hinaus bieten sich die zeitweilig sehr engen politischen und wirtschaftlichen Beziehungen Englands zum Kontinent an das Verhältnis des englisch-angevinischen Königtums zum römisch-deutschen Kaisertum zu betrachten. Dass im Mittelalter internationale Beziehungen in erster Linie auf der Ebene dynastischer Verbindungen stattfanden, wird an ausgewählten Heiratsbündnissen zu zeigen sein. -Seit der Mitte des 12. Jahrhunderts entwickelten sich langfristig wirksame außenpolitische Grundkonstellationen im Kräftegefüge der europäischen Mächte- (Berg, S. 5), die durch die imperiale Politik der staufischen Dynastie beeinflusst wurden. Nicht zuletzt durch ein kapetingisch-staufisches Bündnis erfährt der englisch-französische Gegensatz eine Verschärfung, was wiederum eine Schwächung des angevinischen Einflusses auf dem Kontinent zur Folge hatte. Die nach dem Tode Heinrichs VI. erfolgte Doppelwahl von 1198 führte nicht nur zu Konflikten zwischen Welfen und Staufern im deutschen Reich, sie nimmt durch das Eingreifen des Papstes und die Ausdehnung der Auseinandersetzung auf Frankreich und England auch europäische Dimensionen ein. Die Doppelwahl ermöglichte sowohl den westeuropäischen Monarchen als auch dem Papst Einfluß auf die deutsche Reichspolitik zu nehmen. Deshalb wird die Stellung des Papsttums, das genau zu diesem Zeitpunkt mit Innozenz III. einen seiner mächtigsten Vertreter hervorgebracht hat, ebenso thematisiert werden wie die Entwicklung des -westeuropäischen Staatensystems- jener Zeit. Ausgehend vom Thema sollen im Seminar grundlegende Fragen und Probleme der mittelalterlichen Geschichte herausgearbeitet und diskutiert werden. Dieter Berg, Deutschland und seine Nachbarn 1200-1500 (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 40) München 1997. Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt (1050-1250) (Handbuch der Geschichte Europas 3) Stuttgart 2002. Joachim Ehlers (Hg.), Deutschland und der Westen Europas im Mittelalter (Vorträge und Forschungen 56) Stuttgart 2002. Odilo Engels, Europa im 12. Jahrhundert. Auf dem Weg in die Moderne, Stuttgart 2007. Rolf Grosse, Vom Frankenreich zu den Ursprüngen der Nationalstaaten 800-1214, Darmstadt 2005. Weiterführende Literatur befindet sich im Semesterapparat. Geschichte Universität Duisburg-Essen WS 2011/12 M.A Fischer Thorsten M.A