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Uni-Dortmund
14. März 2017

Proseminar Elfriede Jelinek

Elfriede Jelineks Texte sind unbequem, herausfordernd. Sie fordern die Leserschaft und TheatermacherInnen dazu auf, sich auseinanderzusetzen: mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen, mit der Zeit des Nationalsozialismus, mit Verdrängtem, Vergangenheit und Gegenwart. Gegenstand dieses Seminars sind Dramen, Romane und Essays...

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Elfriede Jelineks Texte sind unbequem, herausfordernd. Sie fordern die Leserschaft und TheatermacherInnen dazu auf, sich auseinanderzusetzen: mit aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen, mit der Zeit des Nationalsozialismus, mit Verdrängtem, Vergangenheit und Gegenwart. Gegenstand dieses Seminars sind Dramen, Romane und Essays der Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2004, Elfriede Jelinek. Gemeinsam werden wir uns verschiedene Texte Jelineks und ihre Inszenierungen ansehen und sie unter anderem auf sprachliche und dramatische/dramaturgische Besonderheiten untersuchen. Wie sehen die Texte aus? Wer spricht? Welche Auswirkungen haben äußere Formen auf das Gesprochene selbst? In ihrem Stück Rechnitz (Der Würgeengel) thematisiert Jelinek das noch immer unaufgeklärte Massaker an 180 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern im österreichischen Rechnitz. Es fand in der Nacht zwischen dem 24. und 25. März 1945 statt. Der Text wird gesprochen von Botinnen und Boten, die -zueinander oder solo- sprechen sollen, gedruckt ist er wie ein langer Fließtext. Jelinek schließt ihre Regieanweisung mit folgendem Kommentar ab: -Man kann das natürlich, wie immer bei mir, auch vollkommen anders machen- (Drei Theaterstücke. Die Kontrakte des Kaufmanns. Rechnitz (Der Würgeengel). Über Tiere, Reinbek bei Hamburg 2009, S. 55). In einem Interview formuliert sie es so: -Meine Verarbeitung ist nur eine Möglichkeit, aber das Denkunmögliche kann man eben nicht fassen, man kann es nur aushalten, wenn Boten davon berichten, wenn es durch Boten sozusagen gefiltert wird, die aber gleichzeitig auch ihre eigene Position reflektieren und sie in die Zukunft der ritualisierten Gedenkfeiern projizieren.- (Jelinek in Pia Janke u.a. (Hg.): -Die endlose Unschuldigkeit- Elfriede Jelineks Rechnitz (Der Würgeengel), Wien 2010, S. 17.) Vor Seminarbeginn lesen Sie bitte Henrik Ibsens Nora oder Ein Puppenheim und Elfriede Jelineks Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaften. Anzuschaffen: Henrik Ibsen: Nora oder Ein Puppenheim. Stuttgart: Reclam 1988 (2,40 Euro) Elfriede Jelinek: Theaterstücke. Was geschah, nachdem Nora ihren Mann verlassen hatte oder Stützen der Gesellschaften. Clara S. musikalische Tragödie. Burgtheater, Krankheit oder Moderne Frauen. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1992 (8,95 Euro) Technische Universität Dortmund SoSe 2012 Höfer Lück Hanna