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Uni-Kassel
14. März 2017

Proseminar Feminine Bildungskultur zu Beginn des 19 Jahrhunderts Amalie und Marie Hassenpflug

Titel: Feminine Bildungskultur zu Beginn des 19. Jahrhundert - Amalie und Marie Hassenpflug -im unverdorbenen Weibe äussert sich kein Geschlechtstrieb (...), sondern nur Liebe; und diese Liebe ist der Naturtrieb des Weibes, einen Mann zu befriedigen- schrieb Johann Gottlieb Fichte,...

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Titel: Feminine Bildungskultur zu Beginn des 19. Jahrhundert - Amalie und Marie Hassenpflug -im unverdorbenen Weibe äussert sich kein Geschlechtstrieb (...), sondern nur Liebe; und diese Liebe ist der Naturtrieb des Weibes, einen Mann zu befriedigen- schrieb Johann Gottlieb Fichte, deutscher Philosoph und Erzieher im Jahre 1797, während der französischen Revolution. Zu dieser Zeit wuchsen in Deutschland die Schwestern Marie und Amalie Hassenpflug auf, zwei begabte und bildungshungrige junge Frauen. Literaturbegeistert und lechzend nach Wissen versuchten sie aus den Normen und Zwängen der Gesellschaft auszubrechen, ihren Bildungsdurst zu stillen und sich geistig zu entfalten. Sie gehörten zu den bedeutendsten Kasseler Märchenerzählerinnen des 19. Jahrhunderts und lieferten den Grimms ein breites Repertoire an Märchen, darunter Dornröschen, Brüderchen und Schwesterchen und Rotkäppchen. Heut zu Tage sind die Namen der beiden Frauen nur noch selten ein Begriff. Doch als Urheberinnen vieler Grimm‘scher Märchen gebührt ihnen Anerkennung. Wie entwickelten sich die Schwestern zu Erzählerinnen? Wie war es möglich unter den beschriebenen gesellschaftlichen Bedingungen die Liebe zur Literatur auszuleben? Wie wuchsen sie auf, wo und wie fand die literarische Sozialisation statt? Kernpunkt ist die Auseinandersetzung mit der Lese-, Erzähl- und Bildungskultur zu Beginn des 19. Jahrhunderts am Beispiel der Schwestern Hassenpflug. Mittels autobiographischer Zeugnisse und Tagebucheintragungen soll deren Leben, speziell das kulturelle Kapital historisch rekonstruiert werden. Passend dazu werden die Beziehungen zu Annette von Droste-Hülshoff und Bettina von Arnim, der Beginn der frauenemanzipatorischen Strömungen und die Entstehung von Lesesalons und Teekränzchen durchleuchtet und besprochen. FB 02 Institut für Germanistik Uni Kassel WiSe 2013/14 Germanistik/Deutsch Schmidt Phoebe Alexa