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Uni-München
14. März 2017

Proseminar Herr und Knecht Zur literarischen Wandelbarkeit einer asymmetrischen Beziehung

Das Verhältnis Herr und Knecht spielt in Literatur, Philosophie und Politischer Theorie eine berühmt berüchtigte Rolle, die weit über konkrete Figurenkonstellationen hinausreicht: Es kann individuelle und kollektive Machtbeziehungen beschreiben, einen Interpretationsrahmen für soziale Wirklichkeit, Arbeitsverhältnisse und politische Systeme bieten, eine...

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Das Verhältnis Herr und Knecht spielt in Literatur, Philosophie und Politischer Theorie eine berühmt berüchtigte Rolle, die weit über konkrete Figurenkonstellationen hinausreicht: Es kann individuelle und kollektive Machtbeziehungen beschreiben, einen Interpretationsrahmen für soziale Wirklichkeit, Arbeitsverhältnisse und politische Systeme bieten, eine Denkfigur für das Verhältnis von Geist und Körper sein oder sich auf eine konkrete soziale Situation beziehen, etwa der Sklaverei oder der Leibeigenschaft. Auch in der Literatur ist das asymmetrische Machtverhältnis von Herr und Knecht nicht statisch, sondern dynamisch. So bestehen nicht nur wechselseitige Abhängigkeiten zwischen den ungleichen Figuren, sondern wird die Machtrelation zwischen Herr und Knecht immer wieder neu verhandelt und erweist sich in literarischen Texten als anfällig für Umkehrungen, Wandlungen und Ergänzungen. Knechte und Diener stellen nicht bloß schutzlose Opfer herrschaftlicher Willkür oder lächerlich-komödiantische Figuren dar, sondern sind auch listige Beobachter und versteckte Drahtzieher des Geschehens, die – im Unterschied zu ihrem herrischen Antipoden – einen klaren Blick für die Realität haben. Dieser Interpretationsreichweite des wandlungsfähigen Verhältnisses von Herr und Knecht wollen wir in philosophischen und literarischen Texten gemeinsam nachgehen. Wir werden die historischen Veränderungen des Figurenpaars in dramatischen und erzählerischen Texten Molières, Diderots, Kleists, Lessings, Melvilles, Tolstois, Hofmannsthals, Brechts und Volker Brauns verfolgen und einen Seitenblick auf philosophische und politische Konturierungen von Herr und Knecht werfen (vorauss. Aristoteles, Hegel, La Boétie, Nietzsche). Zur Vorbereitung empfohlen: • Markus Krajewski: Der Diener. Mediengeschichte einer Figur zwischen König und Klient. Tübingen 2010, S. 37-94 (siehe Dateidepot) Leistungsnachweis Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. Downloads DateinameBeschreibunggültig vongültig bis Birkner_Literaturverzeichnis.pdf Bibliographie zum Thema Krajewski.+Der+Diener.pdf 25. April: Krajewski: Der Diener Aristoteles.Politik.pdf 25. April Aristoteles: Politik Leibniz_Vom Naturrecht.pdf 25. April: Leibniz: Vom Naturrecht Diderot_Jacques (Auszüge).pdf 2. Mai: Diderot: Jacques der Fatalist (Auszüge) Hegel.pdf 23. Mai: Hegel_Herrschaft und Knechtschaft Birkner_Herr und Knecht_Auszüge.pdf 23./30.Mai: Birkner (zu Hegel und Marx) Kuch_Hegel und die Anerkennung.pdf 23. Mai: Kuch Kojève.Hegel.pdf 23. Mai: Kojève (zu Hegel) Marx.ÖPM (Auszug).pdf 30. Mai: Marx (Auszug) Bluhm_Herr und Knecht.pdf 30. Mai: Bluhm Quante_Kommentar zu Marx.pdf 30. Mai: Quante: Kommentar zu Marx Beaumarchais.Figaros Hochzeit Kopie.pdf 13. Juni: Beaumarchais: Figaros Hochzeit Birkner über Beaumarchais' Figaro.pdf 13. Juni: Birkner über Beaumarchais Kafka_Die+Sorge+des+Hausvaters.pdf 4. Juli: Kafka: Die Sorge des Hausvaters Melville_Bartleby_dt.pdf 27. Juni: Melville: Bartleby Deleuze.Bartleby+Kopie-2.pdf 27. Juni: Deleuze: Bartleby Handbuch_Nietzsche_Sklavenmoral.pdf 11. Juli: Nietzsches -Sklavenmoral- (N.-Handbuch) Nietzsche_JvGuB (Auszug).pdf 11. Juli: Nietzsche: JvGuB (Auszug) Birkner-Herr und Knecht-7.pdf Birkner_Herr und Knecht_gesamt Zum Download müssen Sie angemeldet sein! Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge: Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden. B.A.-Hauptfach Germanistik (Fassung 2009/2010), alle modularisierten Lehrämter Deutsch, B.A./M.A. Berufliche Bildung und B.A. Wirtschaftspädagogik und Masternebenfach Neuere deutsche Literatur (im MA Soziologie): Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen) oder Klausur (90 Minuten). Die Prüfungen werden benotet. B.A.-Nebenfach SLK: Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Wichtig: Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung. LMU München SoSe 2016 Fakultät für Sprach und Literaturwissenschaften