Uni-München
14. März 2017Proseminar Liebeskonzeptionen im Mittelalter
Das Seminar führt anhand der Liebesthematik in verschiedene Gattungen, Erzählmuster und Dichtungsverfahren des französischen Mittelalters ein. Dazu werden in einem ersten Schritt – am Beispiel von kurzen, exemplarischen Auszügen – verschiedene Liebesmodelle und -Traktate vorgestellt, die im unmittelbaren Kontext der...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Seminar führt anhand der Liebesthematik in verschiedene Gattungen, Erzählmuster und Dichtungsverfahren des französischen Mittelalters ein. Dazu werden in einem ersten Schritt – am Beispiel von kurzen, exemplarischen Auszügen – verschiedene Liebesmodelle und -Traktate vorgestellt, die im unmittelbaren Kontext der mittelalterlichen Auseinandersetzungen mit den antiken und zeitgenössischen Liebesmodellen und -sprachen entstanden sind. Diese Text-Auszüge sollen einführend einen Überblick vermitteln und werden als Kopien zur Verfügung gestellt und gemeinsam besprochen.
Im Mittelpunkt steht anschließend die Analyse zweier Texte aus ganz unterschiedlichen Gattungen, die allerdings beide auf eine Vielzahl von Liebeskonzeptionen, passio-Diskursen und ihre Ver(w)irrungen reflektieren: die Correspondance von Héloïse und Abélard sowie Chrétien de Troyes’ Perceval. Da die Texte nicht nur Liebe(sformen) modellieren, sondern bisweilen für weitere, ganz andere Leidenschaften ihrer Erzähler stehen, können beide als hochkomplexe, atemberaubende Konstruktionen gelten, die die Möglichkeiten mittelalterlichen Denkens, Argumentierens sowie der Disziplinen- bzw. Gattungsgrenzen ausloten und so die Funktion der Liebeskonzeptionen für die diskursiven Ordnungsentwürfe der Vormoderne ästhetisch erfahrbar machen.
Anzuschaffen (und bis zu Seminarbeginn zu lesen) sind:
Abélard et Héloïse, Correspondance (in einer beliebigen, französischsprachigen Ausgabe) sowie
Chrétien de Troyes, Perceval (nach Möglichkeit in der zweisprachigen, altfranzösisch/deutschen Ausgabe)
N.B.: Das Seminar findet vierzehntägig von 9hs.t.-12h (= 2x 90 min.) statt!
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
Studierende des BA Nfs ‚Sprache, Literatur, Kultur’
Diese Veranstaltung entspricht WP 2.0.14/16/18/20. Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30–60 Min.) schreiben oder eine mündl. Prüfung (15–30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2015
Dr.phil.
Reichart Cordula Dr.phil