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Uni-Dortmund
14. März 2017

Proseminar Moderne Lyrik III

-Irgendwie stelle ich mir Gedichte als eine Art Tier vor. Wie Tiere führen sie ein Eigenleben; damit meine ich, sie scheinen ganz und gar losgelöst von irgendwelchen Personen, selbst von ihrem Autor, und nichts kann ihnen hinzugefügt oder weggenommen werden,...

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-Irgendwie stelle ich mir Gedichte als eine Art Tier vor. Wie Tiere führen sie ein Eigenleben; damit meine ich, sie scheinen ganz und gar losgelöst von irgendwelchen Personen, selbst von ihrem Autor, und nichts kann ihnen hinzugefügt oder weggenommen werden, ohne sie zu verstümmeln oder sie möglicherweise sogar umzubringen. Und: sie verfügen über eine bestimmte Weisheit. Sie wissen etwas Besonderes ... vielleicht etwas, auf das wir sehr neugierig sind.- (Ted Hughes, -Wie Dichtung entsteht- [1967], in: ders., Wie Dichtung entsteht. Essays, Frankfurt am Main und Leipzig: Insel 2001, S. 27-46, hier S. 27) Lyrik ist eine sonderbare Sache und sonderbar ist auch, sie ‚interpretieren', sie sezieren zu wollen. Zumal dann, wenn man es mit Gedichten zu tun hat, die Freund, Musik, Liebe, Gefühl, Geschichte und Reflexionsmedium sein wollen. Nach Hebel, Novalis oder Hölderlin, die im Mittelpunkt des Seminars Moderne Lyrik II standen, wenden wir uns in diesem Semester Gedichten der Zeit 1805-1819 zu, u. a. der Sammlung Des Knaben Wunderhorn von Achim von Arnim und Clemens Brentano, Heinrich von Kleists -Germania an ihre Kinder-, Theodor Körners Leyer und Schwert, Joseph von Eichendorffs -Waldgespräch- und Johann Wolfgang Goethes West-östlichem Divan. Das Seminar dient als Einführung in die Gedichtinterpretation, in Neugier und Weisheit. Voraussetzung für die Bescheinigung der aktiven Teilnahme ist die Bereitschaft, für eine Sitzung ein Ergebnisprotokoll zu übernehmen Alle Texte werden in Form eines Readers zur Verfügung gestellt Technische Universität Dortmund SoSe 2012 Morgenroth Claas