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Uni-Essen
14. März 2017

Proseminar Proseminar Spanische Literaturwissenschaft Androiden Cyborgs Klone Posthumane Lebensformen in der argentinischen Literatur

Beschreibung: Der Topos des künstlichen Menschen lässt sich bis in die antike Mythologie zurückverfolgen. Mit dem technischen Fortschritt und der zunehmenden biotechnologischen Entschlüsselung der Natur des Menschen haben sich auch die Möglichkeiten der künstlichen Erzeugung von Menschengestalten verändert, wobei ethische...

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Beschreibung: Der Topos des künstlichen Menschen lässt sich bis in die antike Mythologie zurückverfolgen. Mit dem technischen Fortschritt und der zunehmenden biotechnologischen Entschlüsselung der Natur des Menschen haben sich auch die Möglichkeiten der künstlichen Erzeugung von Menschengestalten verändert, wobei ethische Fragen mehr und mehr in den Vordergrund rücken. Androiden, Klone und Cyborgs (streng genommen sind bereits diejenigen, die einen Herzschrittmacher oder Kontaktlinsen tragen, Cyborgs) sind längst wissenschaftliche Realitäten geworden. Auch in der Philosophie werden die Möglichkeiten, menschliche Körper mittels Technik zu optimieren (Transhumanismus) respektive einer endgültigen Überwindung des Menschen durch Technik (Posthumanismus) diskutiert. Der Einsatz von Prothesen und Implantaten ist in der Medizin kaum noch wegzudenken, die Vorstellung einer technischen Ersetzung des Menschen scheint hingegen utopisch. Was käme nach dem Menschen? Was ist eigentlich der Mensch? Wo ist er gemäß seiner Natur im Verhältnis zu Maschinen, Tieren und Pflanzen zu situieren? Solchen und ähnlich anthropologisch-bioethisch ausgerichteten Fragen soll sich im Seminar mittels theoretischer Texte (u.a. von Donna Haraway, Peter Sloterdijk, Roger Caillois und Julien Offray de la Mettrie) gewidmet werden. Auch wenn die Produktion künstlicher Menschengestalten heute primär ein Forschungsfeld der Naturwissenschaften ist, nahm der Topos des künstlichen Menschen seinen Ausgang in der Literatur. An die Überführung eines literarischen Topos in die naturwissenschaftliche Forschung knüpft die zentrale Frage des Seminars an: Welchen Beitrag kann die Literatur heute noch in der Diskussion um posthumane Lebensformen liefern und welcher Stellenwert ist ihr in Relation zu anderen wissenschaftlichen Perspektiven auf das Thema beizumessen? Die Textgrundlage des Seminars bilden die Erzählung El hombre artificial (1910) von Horacio Quiroga und die Romane El congreso de literatura (1977) von César Aira sowie La invención de Morel (1940) von Adolfo Bioy Casares. Leistungsanforderung: Für einen LN (LA) oder 5 Cred. (BA) werden die aktive Teilnahme und die Abfassung einer Seminararbeit gefordert. KuWis (3 Cred.) können wahlweise eine Seminararbeit oder eine Abschlussklausur schreiben. Alle Prüfungsleistungen können in spanischer oder deutscher Sprache abgelegt werden. Seminarsprachen: Spanisch und Deutsch Hinweis: Ab dem 13.10.2011 kann im Copyshop im Reckhammerweg der Reader zum Seminar erworben werden. Bitte kaufen Sie selbstständig La invención de Morel von Adolfo Bioy Casares (Alianza Editorial, 2010, ISBN: 978-8420638393 ). Die anderen beiden Texte sind bereits im Reader enthalten. Romanistik Universität Duisburg-Essen WS 2011/12 alle Studiengänge, alle Studiengänge/Studienfächer Preyer Nina