Uni-Essen
14. März 2017Proseminar Proseminar Spanische Sprachwissenschaft Text und Diskurswissenschaft als Grundlage interkulturellen Handelns
Während die Erarbeitung des Grundwortschatzes und die Internalisierung des Inventars der grammatischen Formen die erste Phase des Fremdsprachenerwerbs prägen, nehmen mit zunehmender Sicherheit die Textproduktion und damit die Notwendigkeit idiomatischen Sprechhandelns eine zentrale Bedeutung in der Ausbildung interkultureller Handlungskompetenz ein....
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Jetzt Lernplan erstellenWährend die Erarbeitung des Grundwortschatzes und die Internalisierung des Inventars der grammatischen Formen die erste Phase des Fremdsprachenerwerbs prägen, nehmen mit zunehmender Sicherheit die Textproduktion und damit die Notwendigkeit idiomatischen Sprechhandelns eine zentrale Bedeutung in der Ausbildung interkultureller Handlungskompetenz ein. So genügt es nicht mehr, nur grammatisch korrekte Sätze zu bilden und diese logisch kohärent an den Vor- und Nachtext anzubinden, wenn grundlegende Textmuster, wie sie dem Kanon geschäftlicher und offizieller Korrespondenzen, Gebrauchsanweisungen, Beipackzetteln, Rezepten, aber auch literarischen (Märchen) oder halbliterarischen Genres wie Nachricht, Glosse oder Reportage zugrundeliegen, nicht erkannt und folglich nicht angemessen ver- und entschlüsselt werden können. Das Wissen um die Einbindung konkreter Einzeltexte in bereits präexistente Textwelten, den sogenannten Diskursen, schließlich stellt den notwendigen Gesamtrahmen für eine erfolgreiche Kommunikation im hispanophonen Kulturraum dar, so daß dieser Kurs speziell den zukünftigen Kulturwirtinnen und -wirten einen ersten Einstieg in die spanischsprachige Kommunikationswelt bieten soll. Dafür sollen im Anschluß an eine theoretische Einführung in die Konzepte und Terminologie der Textwissenschaft und Diskursanalyse die wichtigsten textorganisierenden Prinzipien wie Kohärenz und Kohäsion, ihr Einsatz und ihre Wirkweisen analysiert, die Nutzung morphosyntaktischer Textbausteine näher beleuchtet sowie die Textbaumuster relevanter Alltags- und Fachtextsorten rekonstruiert und erlernt werden, um abschließend den Blick auf die Wechselwirkungen von Texten untereinander sowie mit ihren Entstehungsumfeldern zu lenken und damit die kommunikative Sicherheit zu erhöhen.
Vorbereitende Pflichtlektüre:
Brinker, Klaus (³1992): Linguistische Textanalyse. Einführung in Grundbegriffe und Methoden, Berlin.
Garrino Medina, Juan (1998): -Diskurs zwischen Satz und Text am Beispiel von Pressetexten-, in: Helfrich, Uta/Klöden, Hildegard (edd.): Mediensprache in der Romania, Wilhelmsfeld, 131-147.
Linke, Angelika/Nussbaumer, Markus/Portman, Paul R. (42001): -6.1. Vom Satz zum Text-, in: id.: Studienbuch Linguistik, ergänzt um ein Kapitel »Phonetik und Phonologie« von Urs Willi, Tübingen, 215-223.
Kerchner, Brigitte/Schneider, Silke (edd.) (2006): Foucault: Diskursanalyse der Politik. Eine Einführung, Wiesbaden.
Romanistik
Universität Duisburg-Essen
SS 2010
Kulturwirt B.A., Kulturwirt (Bachelor of Arts)
Romanistik