Uni-München
14. März 2017Proseminar Schmähen und geschmäht werden in Text Bild um 1500
Seminarinhalt: Das Proseminar widmet sich Prozessen und Dynamiken von Schmähschriften um 1500. Es analysiert Ursprünge, Formen und Arten des Schmähens wie Geschmähtwerdens im historischen Kontext. Gerade die Wechselverhältnisse von Angriff wie Verteidigung und damit Wiederangriff stehen im Fokus. Nichtzuletzt die...
Erstelle deinen persönlichen Lernplan
Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.
Jetzt Lernplan erstellenSeminarinhalt:
Das Proseminar widmet sich Prozessen und Dynamiken von Schmähschriften um 1500. Es analysiert Ursprünge, Formen und Arten des Schmähens wie Geschmähtwerdens im historischen Kontext. Gerade die Wechselverhältnisse von Angriff wie Verteidigung und damit Wiederangriff stehen im Fokus. Nichtzuletzt die mediale Ebene soll im Proseminar besondere Berücksichtigung finden. Eine in das Seminar integrierte Übung widmet sich vor allem der Analyse von Flugschriften wie Flugblättern.
In quellennaher Diskussion wollen wir im Seminar literaturwissenschaftliche wie kunsthistorische Ansätze engführen. Verbunden mit der DFG-Forschergruppe -Natur in politischen Ordnungsentwürfen- sollen verschiedene vormoderne Diskurse im Kontext der Schmähschriften untersucht werden. Text- wie Bildmedien sollen auf ihre je spezifische Weise erschlossen werden, um einen Bereich aus einer für uns fremd gewordenen Welt, die dennoch zum ganz Eigenen unserer Kultur gehört, beleuchtbar zu machen.
Seminarziele und Leitfragen:
Ziel des Proseminares ist es, eine Art Grammatik des Schmähens um 1500 herauszuarbeiten. Zur Entschlüsselung der Schmähstrategien in politischen Ordnungsentwürfen der Vormoderne interessieren uns zunächst vor allem vier Leitfragen:
• Aus welchen Motiven heraus entstehen die Schmähschriften bzw. Schandbilder und welcher Rezipienten/innenkreis wird dabei fokussiert? Geht es um Normenkonflikte, um Machtkonkurrenz oder um religiöse Deutungshoheit?
• Welche Medien werden für welche Ziele benutzt? Kommen für gewisse Zielformulierungen eher Schrift oder Bild in Frage? Ist eine Kombination verschiedener Medien - bspw. der Flugschrift und des Schandbildes - zu beobachten?
• Kann im vormodernen Kontext bereits von einer gezielten Strategie des Schmähens ausgegangen werden? Wie sind Realität und Fiktionalität miteinander verwoben, wo treten sie auseinander?
• Schließlich: Welche Dynamiken ergeben sich aus Ordnung/Unordnung, aus Inklusion und Exklusion, zwischen Erotik, Gewalt und skatologischen Auswüchsen? Bedürfen Schmähschriften immer erst einer folienartigen Grundordnung, die als gefährdet inszeniert wird, um den Geschmähten als die personifizierte Bedrohung oder als den Anormalen zu markieren?
Seminarcharakter:
Zentral ist die mikroperspektivische Lektüre der frühneuzeitlichen Texte und der genaue Analyse der Bildmaterialia. Diese wollen wir in Kombination und Relation zueinander setzen, in einen größeren Kontext einordnen und durch weitere, oftmals randständigere Quellen bereichern. Dazu werden wir uns ein Instrumentarium methodischen Zuschnitts erarbeiten: Wir wollen uns ein eigenes Handwerkszeug zur Analyse der Schmähschriften aneignen.
Die begleitende und separat vorzubereitende Lektüre von Forschungsaufsätzen, gelegentlich auch allgemeineren Beiträgen, hat die Schärfung eines kritischen Textbewusstseins und eine Verbesserung im Erstellen von eigenen wissenschaftlichen Arbeiten gerade im Hinblick auf Schreibmethoden wie Argumentationsstrategien zum Ziel. Neben der Vermittlung von Grundlagen soll im Seminar ein Vergleich zwischen Bild- und Textquellen die Besonderheiten der jeweiligen Medien entschlüsseln. Zusätzlich sollen Räume für allgemeine wie spezifische Fragen im Bereich der kunsthistorischen und mediävistischen Forschungsdebatten Diskussionen und gegenseitige Austauschmöglichkeiten im Seminar eröffnen; geplant sind kleinere Exkursionen und die Einladung von GastrednerInnen.
Die in das Proseminar integrierte Übung ermöglicht praxisnahes Arbeiten an den verwendeten Quellen sowie eine Vorbereitung eigener Präsentationen im Proseminar.
Seminarorganisation:
Die gründliche und umfassende Vorbereitung von Quellenmaterialien sowie die Lektüre der einzelnen Forschungsbeiträgen wird vorausgesetzt. Für die einzelnen Sitzungen werden Digitalisate jeweils eine Woche vorher via E-Mail zur Vorbereitung verschickt.
Allgemeine Vorbereitung des Seminars:
Ein Leitaufsatz für die Diskussion in der ersten Sitzung wird via E-Mail zugestellt.
Leistungsnachweis
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik alle modularisierten Lehrämter Deutsch:
Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen). Die Prüfungen werden benotet.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
oder:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 5 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Älteren Sprachen und Kulturen m/n/o/p- (WP 5.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
Anmeldung
Anmeldung:
Bitte melden Sie sich via E-Mail ( Alexander.Kagerer@lmu.de ) zum Proseminar an.
Seminarzeiten:
Das Proseminar findet als Blockveranstaltung zu folgenden Terminen statt:
• Donnerstag, 16. Oktober 2014, 12.00 bis 14.00 Uhr, Theresienstr. 39, Raum B 322
• Samstag, 13. Dezember 2014, 9.00 bis 16.00 Uhr, Schellingstr. 3, Vg. - S 244
• Samstag, 20. Dezember 2014, 9.00 bis 16.00 Uhr, Schellingstr. 3, Vg. - S 244
• Samstag, 10. Januar 2015, 9.00 bis 16.00 Uhr, Schellingstr. 3, Vg. - S 244
• Exkursion, nach gemeinsamer Vereinbarung, Bayerische Staatsbibliothek München
Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
Grundsätzlich gilt für alle Studiengänge:
Wenn es alternative Prüfungsformen gibt, dann liegt die Wahl der Prüfungsform bei dem/der Prüfenden.
B.A.-Hauptfach Germanistik alle modularisierten Lehrämter Deutsch:
Hausarbeit (ca. 25.000 Zeichen). Die Prüfungen werden benotet.
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
oder:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 5 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Älteren Sprachen und Kulturen m/n/o/p- (WP 5.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein.
Wichtig:
Für alle Studiengänge gilt: Rechtsverbindlich ist nur die jeweilige Prüfungs- und Studienordnung in der jeweils aktuell gültigen Fassung.
LMU München
WiSe 1415
Butz Magdalena Anna Theresa