Uni-München
14. März 2017Proseminar Von García Lorca bis Sanchis Sinisterra Re Präsentationen des Verdrängten im spanischen Theater des 20 Jh
Literatur und Theater gewährten dem Extravaganten, Ausgeschlossenen und Tabuisierten seit jeher alternative Lebensräume, die als Gegenentwürfe zu den jeweils herrschenden politischen und ökonomischen Machtstrukturen, den etablierten sozialen Konventionen und den tradierten Moralvorstellungen fungierten. Unter dem Schutz der Fiktionalität kann die...
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Jetzt Lernplan erstellenLiteratur und Theater gewährten dem Extravaganten, Ausgeschlossenen und Tabuisierten seit jeher alternative Lebensräume, die als Gegenentwürfe zu den jeweils herrschenden politischen und ökonomischen Machtstrukturen, den etablierten sozialen Konventionen und den tradierten Moralvorstellungen fungierten. Unter dem Schutz der Fiktionalität kann die in der Realität gesetzte Grenze des Sag-, Mach- oder Denkbaren hypothetisch überschritten und Verdrängtem, Vergessenem oder Verbotenem zur kurzzeitigen Re-Präsenz im öffentlichen Raum verholfen werden.
Das Seminar möchte sich der Frage annähern, auf welche Weise das Tabu und der damit verbundene Konflikt zwischen individuellen Bedürfnissen und sozialer Konvention bzw. politischer Repression im modernen und zeitgenössischen spanischen Theater verarbeitet wurde. Dabei richten wir den Blick auf drei der bedeutendsten spanischen Dramatiker des 20. Jahrhunderts – Federico García Lorca (1898-1936), Antonio Buero Vallejo (1916-2000) und José Sanchis Sinisterra (*1940) –, die in ihren Texten den Kampf des/der Einzelnen mit den geltenden moralischen, religiösen und politischen Normen ihrer Zeit thematisierten.
Der anhand der Autoren vollzogene Gang durch die Geschichte erlaubt nicht nur eine intensive Beschäftigung mit den gesellschaftspolitischen Gegebenheiten vor, während und nach der beinahe 40 Jahre währenden Franco-Diktatur, sondern führt zudem vor Augen, mit welch unterschiedlichen literarischen und inszenatorischen Strategien Verbotenes oder Verdrängtes re-präsentiert werden kann.
Zur Vorbereitung auf das Seminar sollten folgende, in der Institutsbibliothek verfügbare Stücke gelesen werden:
1) Federico García Lorca: La casa de Bernarda Alba (1936) (Ed.: Cátedra)
2) Antonio Buero Vallejo: El tragaluz (1967) (Ed.: Cátedra)
3) José Sanchis Sinisterra: ¡Ay, Carmela! (1987) (Ed.: Cátedra)
Die ausgewählten Dramen dienen als Grundgerüst und können auf Wunsch der Studierenden durch weitere Texte gleicher oder anderer Autoren ergänzt werden.
Über den wöchentlichen Seminarbeginn entscheiden wir in der ersten gemeinsamen Sitzung. Es kann um 12 Uhr s.t., 12 Uhr c.t. oder 12.30 Uhr s.t. begonnen werden.
Department II - Griechische und Lateinische, Romanische, Italienische und Slavische Philologie, Sprachen und Kommunikation
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder ein Portfolio (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
WiSe 1617
Heuring Denis