Uni-Kassel
14. März 2017Proseminar Wilhelm Genazinos Figuren
Wilhelm Genazinos Romanfiguren – häufig namenlos, zurückhaltend, mittelalt und mittelmäßig, pessimistisch bis melancholisch und alles andere als Menschen der Tat – ähneln einander prima facie wie ein Ei dem anderen. Allerdings geben gerade sie einen höchst ergiebigen Forschungsgegenstand dafür ab,...
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Jetzt Lernplan erstellenWilhelm Genazinos Romanfiguren – häufig namenlos, zurückhaltend, mittelalt und mittelmäßig, pessimistisch bis melancholisch und alles andere als Menschen der Tat – ähneln einander prima facie wie ein Ei dem anderen. Allerdings geben gerade sie einen höchst ergiebigen Forschungsgegenstand dafür ab, die filigranen Finessen und Nuancen bei der ‚Figurenzeichnung‘ und -charakterisierung hervorzukehren.
Die neuere Forschung zur Figurentheorie (Jannidis 2004; Jannidis/Schneider/Eder 2010 etc.) sowie die ‚kanonisierte‘ literaturwissenschaftliche und soziologische (Aktantenfunktions- und Kapitalstrukturanalyse, Sympathielenkung etc.; vgl. bspw. Schneider 2010) sollen zu diesem Behuf erarbeitet und anhand der Figuren Genazinos in der Analysepraxis erprobt werden – mit dem Ziel, letztlich doch -die feinen Unterschiede- (Bourdieu) zwischen den Figuren aufdecken und wissenschaftlich benennen und erklären zu können.
Als Endergebnis des Seminars wird mithin eine umfassende Charakterisierung verschiedener (und: unterscheidbarer) Hauptfiguren aus Genazinos Romanen angestrebt. Diese Aufgabe wird Kleingruppen zuteilwerden, die sich intensiv je eines Genazino-Romans (und damit: einer Romanfigur) annehmen und in einer abschließenden Sitzung ihre Arbeitsergebnisse präsentieren werden.
Das Seminar wird von einem Tutorium flankiert, welches die Blocksitzungen lose verquickt und qua individueller Gruppenberatung bedarfsorientiert begleitet. Es findet donnerstags von 14-16 Uhr in der KW5 (R -1029) statt und wird von Benjamin Lembke geleitet. Dort können nicht nur auftretende Probleme und Nachfragen aufgefangen und erörtert, sondern auch Ratschläge hinsichtlich der konkreter werdenden Präsentationen erteilt und schließlich deren Ausgestaltung (Plakate, Beamer- oder Whiteboardpräsentation) geleistet werden.
In Auszügen wird bspw. gelesen werden aus:
Eder, Jens/Jannidis, Fotis/Schneider, Ralf (Hg.): Characters in Fictional Worlds. Berlin 2010.
Jannidis, Fotis: Figur und Person. Beitrag zu einer historischen Narratologie. Berlin/New York 2004.
Schneider, Jost: Einführung in die Roman-Analyse. 3. Aufl., Darmstadt 2010.
Aufgrund des hohen Kaufpreises rate ich von der privaten Anschaffung eher ab. Relevante Literatur wird über einen Semesterapparat bzw. in Kopie zugänglich sein.
Bemerkung
LitWiss
Voraussetzungen
Absolute Voraussetzung für die Seminarteilnahme ist die Bereitschaft – ganz unabhängig davon, ob ein Leistungs- oder lediglich ein Teilnahmenachweis erwünscht wird – zur Kleingruppenarbeit und Abschlusspräsentation.
Leistungsnachweis
Alle handelsüblichen Leistungsnachweise, die Ihre Prüfungsordnung vorsieht, können in diesem Seminar erbracht werden: Hausarbeit, Klausur, Kolloquium.
FB 02 Institut für Germanistik
Absolute Voraussetzung für die Seminarteilnahme ist die Bereitschaft – ganz unabhängig davon, ob ein Leistungs- oder lediglich ein Teilnahmenachweis erwünscht wird – zur Kleingruppenarbeit und Abschlusspräsentation.
Alle handelsüblichen Leistungsnachweise, die Ihre Prüfungsordnung vorsieht, können in diesem Seminar erbracht werden: Hausarbeit, Klausur, Kolloquium.
Uni Kassel
WiSe 2013/14
Germanistik/Deutsch
Lehnert Nils