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Uni-Siegen
14. März 2017

Raumerfahrung vermitteln Streifzüge durch literarische Landschaften

Die Energiewende in Deutschland wird Folgen für die Gestaltung der Landschaft haben. Bisher wurde zur Erzeugung von Energie punktuell Landschaft verändert (Kraftwerksanlagen, Tagebau, Stauseen), zukünftig wird Landschaft auf einer viel größeren Fläche von der Energieerzeugung (Solaranlagen, Windräder) bestimmt werden, wie...

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Die Energiewende in Deutschland wird Folgen für die Gestaltung der Landschaft haben. Bisher wurde zur Erzeugung von Energie punktuell Landschaft verändert (Kraftwerksanlagen, Tagebau, Stauseen), zukünftig wird Landschaft auf einer viel größeren Fläche von der Energieerzeugung (Solaranlagen, Windräder) bestimmt werden, wie es bisher nur durch die Energiedistribution (Stromleitungen) geschehen ist. Dies wird zu einem veränderten Landschaftsbewusstsein führen, neue Wahrnehmungsmuster des Horizontalen und Vertikalen werden entstehen, und der natürlichen Bewegung als Landschaftsphänomen (ziehende Wolken, im Wind rauschende Bäume) wird eine künstliche (drehende Windradflügel) hinzugefügt. Landschaft wird ästhetisch anders codiert werden (müssen). Für angehende Lehrerinnen und Lehrer ist es wichtig, dieses Thema zu verfolgen, weil sie die Generationen erziehen, die in und mit der -neuen Landschaft- aufwachsen werden. Dazu gehören Kenntnisse über die geschichtliche Dimension und die kulturelle Bedeutung der Landschaft. Es lohnt sich der Blick auf eine am literarischen Text orientierte Reflexion über den Zusammenhang von Landschaft und ihrer Wahrnehmung. Die Lektüre ausgewählter Texte aus vier Jahrhunderten ist zugleich ein Nachdenken über unser gegenwärtiges Landschaftsbewusstsein. Veränderungen der Landschaft hat es immer gegeben, sie werden jedoch von der Literatur mal mehr, mal weniger intensiv dokumentiert. Das Seminar will die Entwicklung des Landschaftsbewusstseins anhand literarischer und theoretischer Texte nachzeichnen und betrachtet dazu die Entwicklung zentraler Begriffe (Idylle, Panorama, Horizont usw.) über die Epochen hinweg. In einem themenorientierten Literaturunterricht kann Aufmerksamkeit für diese Fragestellungen geschaffen werden, die letztlich sowohl ökologisch als auch politisch sind. Das Seminar konzentriert sich auf die Vermittlung unabdingbaren Hintergrundwissens als fachdidaktische Grundlage für alle, die sich mit dieser auch in Zukunft aktuellen Thematik als Lehrende und Erziehende befassen wollen. Diese Lehrveranstaltung leistet somit einen Beitrag zur kulturellen Umweltbildung, insbesondere zu deren historischer Dimension, die in der Literaturdidaktik zunehmend an Bedeutung und Einfluss gewinnt. Germanistik - Literaturdidaktik II Universität Siegen WiSe 2011/12 Univ.-Prof. Dr. Wanning Berbeli