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Uni-Siegen
14. März 2017

Ringvorlesung Demokratie und Kapitalismus

Nach dem -Zeitalter der Extreme- fungiert Demokratie als Verpflichtungsbegriff, dem sich auch ihre Kritiker nicht entziehen können. Keine Regierung wird heutzutage von sich selbst behaupten, sie sei undemokratisch. Dementsprechend breit ist das Spektrum von Demokratieverständnissen und politischen Systemtypen, die als...

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Nach dem -Zeitalter der Extreme- fungiert Demokratie als Verpflichtungsbegriff, dem sich auch ihre Kritiker nicht entziehen können. Keine Regierung wird heutzutage von sich selbst behaupten, sie sei undemokratisch. Dementsprechend breit ist das Spektrum von Demokratieverständnissen und politischen Systemtypen, die als demokratisch bezeichnet werden (z.B. liberale Demokratie, defekte Demokratie, Demokratie niedriger Intensität etc.). Die Ausgestaltung von Demokratien ist jedoch von den ökonomischen Verkehrsverhältnissen nicht zu trennen, sprich dem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Ganz grundlegend gibt es nur den einen Kapitalismus: Im Sinne eines -Produktionsprozesses als Einheit von Arbeitsprozess und Verwertungsprozess- meint Kapitalismus bestimmte ökonomische Grund- und Bewegungsgesetze und deren herrische Ignoranz gegenüber kulturellen, politischen und individuellen Eigenheiten. Es gibt allerdings auch mehrere Kapitalismen: Im Sinne eines historischen Epochenbegriffs oder einer gesellschaftlichen Formation umfasst er bestimmte nationalkulturelle Traditionen, Mentalitäten und politische Verfassungen. Wer die Geschichte des Kapitalismus analysiert, der erkennt, dass keine Gesellschaftsformation zuvor so viele politische Optionsmöglichkeiten bot, dass aber auch zugleich Kapitalismus als Produktionsweise diese Optionsmöglichkeiten wieder einschränkt. Die Ringvorlesung ist bewusst interdisziplinär angelegt und operiert mit einem extensional weiten und intensional normativen Verständnis von Demokratie. Demnach wird Demokratie nicht nur als Staats- und Regierungsform im engeren politikwissenschaftlichen Sinne verstanden, sondern in ihrem ökonomischen, sozialen und kulturellen Funktionszusammenhang gesehen. Denn wer von Demokratie redet, kann schwerlich über Kapitalismus schweigen und umgekehrt. Themenplan zur Ringvorlesung -Demokratie und Kapitalismus- I. Einführung 11.10. 11 Einführung und Überblick (Prof. Clemens Knobloch/Andreas Hetzer) 18.10.11 Begriffsgeschichte -Demokratie- – mit Blick auf das Verhältnis zum Kapitalismus (Prof. Alex Demirovi) 25.10.11 Phasen kapitalistischer Entwicklung - mit Blick auf das Verhältnis zur Demokratie (Prof. Georg Fülberth) II. Momentaufnahmen 08.11.11 Momentaufnahmen I: Demokratie und Pressefreiheit: der Mohammed-Karikaturenstreit (Mehmet Ata) 15.11.11 Momentaufnahmen II: Neue demokratische Optionen? – Bolivien (Isabella Radhuber) 22.11.11 Momentaufnahmen III -Herrschaft im Neoliberalismus- (Prof. Andreas Fisahn) 29.11.11 Momentaufnahmen IV: -Der arabischer Frühling, neue Revolten: Demokratie als die Sehnsucht nach einem anderem Leben- (Pedram Shahyar) III. Kapitalismuskritik 06.12.11 Menschenbilder und die (Un-)Möglichkeit von Kapitalismuskritik (Franziska Baumbach) 13.12.11 Queer-feministische Perspektive auf Kapitalismuskritik (Madeleine Sauer) 20.12.11 Das kommunistische Erbe - ein Plädoyer für die Beschäftigung mit der Geschichte der Emanzipation (Oliver Schupp) 10.01.12 Zur Kapitalismuskritik der Krisenproteste (Judith Vey) 17.01.12 Kapitalismuskritik und Ökologie (Thomas Barth) 24.01.12 Corporate Social Responsibility - wie sich der Kapitalismus an seinen Kritikern stärkt. (Susanne Draheim & Tilman Reitz) 31.01.12 Zusammenfassung und Schlussdiskussion 07.02.12 Klausurtermin in der vorlesungsfreien Zeit Hetzer, Andreas Universität Siegen WiSe 2011/12 Germanistik - Sprachwissenschaft I Univ.-Prof. Dr. Knobloch Clemens