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Uni-Siegen
14. März 2017

Schau mir in die Augen Kleines Männerbilder im Kino der 1960er Jahre Romania Hollywood

Das klassische Hollywood-Kino der 1950er Jahre ist bereits geprägt durch den Niedergang des klassischen Studiosystems. Diese Phase des Übergangs schlägt sich nicht zuletzt auch in einem Wandel des typischen Männerheldenbildes im Spielfilm nieder: So lassen sich gleichzeitig eine Reihe traditioneller,...

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Das klassische Hollywood-Kino der 1950er Jahre ist bereits geprägt durch den Niedergang des klassischen Studiosystems. Diese Phase des Übergangs schlägt sich nicht zuletzt auch in einem Wandel des typischen Männerheldenbildes im Spielfilm nieder: So lassen sich gleichzeitig eine Reihe traditioneller, d.h. stereotyper Männlichkeitsbilder beobachten – besonders ikonisch etwa im Western mit John Wayne –, aber auch bereits ambivalente, facettenreichere Männlichkeitstypen, wie sie u.a. von Humphrey Bogart oder James Dean verkörpert werden. In der Ära des sog. -New Hollywood- der 1960er und 70er Jahre setzt sich dieser Wandel fort. Das sich etwa zeitgleich in Europa formierende Autorenkino versteht sich von Anfang an als kritische Auseinandersetzung mit Hollywood. Insbesondere in den Ländern der Romania – Frankreich, Italien und Spanien – entwickeln sich eigenständige Strömungen (z.B. Nouvelle Vague, Neorealismus), die dem klassischen Hollywood sowohl filmästhetisch als auch -wirtschaftlich einen einflussreichen Kontrapunkt entgegensetzen. Regisseure wie Francois Truffaut, Jean-Luc Godard, Luchino Visconti und Luis Buñuel stehen repräsentativ für das europäische Autorenkino der 1960er Jahre. Bezüglich der Männlichkeitsbilder lässt sich beobachten, dass von Anfang an das Idol des hypermaskulinen Männerhelden kaum eine Rolle spielt. In auffälliger Nähe zum Film Noir bewegen sich die zerrissenen Figuren, u.a. verkörpert durch spätere Stars wie Jean-Paul Belmondo oder Alain Delon. Im Seminar sollen Männlichkeitsinszenierungen im Kino sowohl der USA als auch der Romania näher untersucht und kulturvergleichend analysiert werden, wobei die romanischen Länder klar im Vordergrund stehen und Hollywood als Vergleichsfolie dient. Hierbei spielen sowohl filmhistorische Aspekte als auch zentrale Fragen der Gender und Masculinity Studies die wichtigsten Rollen. Schuhen, Gregor, Jun.-Prof. Dr. Universität Siegen SoSe 2015 Romanistik - Romanische und allgemeine Literaturwissenschaft Dr. Fenske Uta