Sehen lernen: Flämische und holländische Malerei im Diskurs der Jahrhunderte
Informationen zur Veranstaltung: Sehen lernen: Flämische und holländische Malerei im Diskurs der Jahrhunderte an der Universität Kasselö und an der Kunsthochschule Kassel.
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Jetzt Lernplan erstellenÜber die Präsentation der Wiener Kunstkammer durch den amerikanischen Künstler Ed Ruscha titelte die Weltkunst 2012 mit seinem Motto „ Die alten Meister haben uns die Ideen geklaut". Er hatte u.a. auf die Werke von Rubens seinen Blick gerichtet und dabei die ungebremste Aktualität mancher seiner Bildideen thematisiert. Ob Rubens oder Jordaens - 2012/2013 versuchen große Ausstellungen einerseits die besonderen historischen Umstände dieser künstlerischen Karrieren verstärkt in den Blick zu nehmen, andererseits aufzuzeigen, mit welchen Rückgriffen auf die Antike oder allgemein (Bild)-Zitaten aus der Vergangenheit man stets arbeitete, um kulturelle und künstlerische Kompetenz unter Beweis zu stellen und sich durch Rückbezüge auf eine andere Epoche und Darstellungstradition kontinuierlich ins Gespräch zu bringen.
(Ausstellung Kassel, Museum Fridericianum 1.3.- 16.6. 2013: Jordaens und die Antike; Ausstellung Wuppertal zu Rubens bis März 2013) Die Vorlesung beschäftigt sich daher schwerpunktmäßig mit dem 17. Jahrhundert, doch stets unter der Fragestellung des Ausmaßes an „Weitergehen und Mitnehmen in alter und neuer Kunst". Was wird tradiert, was bewegt die Maler mit Blick auf die Antike und auf berühmte Vorgänger. Was entdecken die Nachfahren in der Malerei der Flamen und Niederländer noch Jahrhunderte lang z.B. im Impressionismus oder in der Fotografie der Gegenwart?
Wie wird das bildlich und sprachlich (auch in der Wissenschaft) vermittelt. Wie sind die an der Kunst der Flamen und Holländer orientierten Werke dann zu betrachten innerhalb einer Bandbreite von „Orientierung" bis zum Plagiat, von Nachahmung bis zur Kopie? Was wird übernommen, was wird reflektiert und erkennbar verändert? Zahlreiche Künstler haben sich mit diesen Fragen auseinander gesetzt. Auch als Hans von Marées „Sehen lernen" wollte, betrachtete er die alten Meisterwerke der Flamen und Holländer.
Literatur im Seminarapparat (hier in Auswahl) Copier , créer . De Turner à Picasso. 300 œuvres inspirées par les maîtres du Louvre, Paris , Réunion des Musées. Nationaux, 1993; - Martina Sitt, Kunsthistorische Suite über das Thema des Zitats in der Kunst, in: Diskurse der Bilder, Photokünstlerische Reprisen kunsthistorischer Werke, gemeinsam mit Attila Horányi, Ausst. Kat. Kunsthistorisches Museum Wien 1993, S. 9-22. - Stefan Gronert, Martina Sitt, Diskontinuitäten - Transformation und Wandel einiger ikonographischer Motive in alter und neuer Kunst, in: It's dangerous to lean out, Weitergehen und Mitnehmen in alter und neuer Kunst, hrsg. v. H. Knapp/ M. Piffer, Bozen 1995, S. 73-94. Bemerkung B.A. 1.0: I a, II a, III a, XI a B.A. 2.0: I a, II a, III b2, VIII a M.A.: I 1, V 1 L1, L2, L3 Kunsthochschule Kassel, Uni Kassel SoSe 2013 Kunstwissenschaft