Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Antisemitische Mythenbildung und Inszenierungsformen in Theorie Literatur und Film
Das Seminar -Antisemitische Mythenbildung und Inszenierungsformen in Theorie, Literatur und Film- soll am Beispiel ausgewählter Texte und Filme unterschiedliche Strategien der literarischen und filmischen Inszenierung von primärem und sekundärem Antisemitismus transparent machen. Neben der Lektüre von direkt oder indirekt antisemitischen...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Seminar -Antisemitische Mythenbildung und Inszenierungsformen in Theorie, Literatur und Film- soll am Beispiel ausgewählter Texte und Filme unterschiedliche Strategien der literarischen und filmischen Inszenierung von primärem und sekundärem Antisemitismus transparent machen. Neben der Lektüre von direkt oder indirekt antisemitischen Texten und Filmen werden auch solche analysiert, in denen, mitunter mit satirischen Mitteln, Kritik am Antisemitismus über die Inszenierung wiederum antisemitischer Muster deutlich wird. Im Mittelpunkt des Lernprozesses stehen die Analysen und Analysemethoden der Texte und Filme und, in enger Verzahnung mit dem am IfPhi von Julian Timm angebotenen Seminar -Antisemitische Muster in der Literatur und ihre philosophische Kritik- (montags, 16 bis 18 Uhr, NP4/Raum 1208), die Vermittlung von theoretischen Grundlagen zu verschiedenen Theorien des Antisemitismus. Dieser interdisziplinäre Ansatz ermöglicht eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen Antisemitismus, seiner Mythenbildung, seinen Deutungsmustern und Tradierungen und den Versuchen ihrer Subversion über künstlerische Inszenierungen. In Übertragung der theoretischen Grundlagen auf die jeweiligen literarischen Texte und Filme sollen Studierende die Möglichkeit erhalten, antisemitische Muster, Mythen und Tradierungsformen zu erkennen und in der Analyse kritischer literarischer und filmischer Inszenierungen die spezifischen Deutungsmuster des Phänomens Antisemitismus herauszuarbeiten.
Im Dezember besteht die Möglichkeit, an einer Exkursion ins Jüdische Museum nach Frankfurt teilzunehmen.
Das Seminar beginnt in der 44. KW.
Zur Lektüreauswahl bzw. Sichtauswahl stehen:
Heinrich Heine: Der Rabbi von Bacherach, Gedichte
Gustav Freytag: Die Journalisten
Lion Feuchtwanger: Jud Süß Veit Harlan: Jud Süß
Rainer Wolffhardt: Der Mitbürger
Rainer Werner Fassbinder: Der Müll, die Stadt und der Tod
Sir John Retcliffe: Auf dem Judenfriedhof in Prag
Walter Mehring: Der Kaufmann von Berlin
Umberto Eco: Der Friedhof in Prag
Edgar Hilsenrath: Der Nazi und der Friseur
Maxim Biller: Harlem Holocaust
Günther Grass: Was gesagt werden muss
Sekundärliteratur:
Thomas Auchter: Psychologie des Antisemitismus
Werner Bergmann; Rainer Erb: Antisemitismus in Deutschland nach 1945
Henryk M. Broder: Der ewige Antisemit
Margarethe und Alexander Mitscherlich: Die Unfähigkeit zu trauern.
Wilhelm Reich: Die Massenpsychologie des Faschismus
Julius H. Schoepf; Joachim Schlör: Bilder der Judenfeindschaft. Antisemitismus – Vorurteile und Mythen
Ernst Simmel: Antisemitismus
Max Horkheimer/Theodor W. Adorno: Elemente des Antisemitismus
Adorno: Erziehung nach Auschwitz
Adorno: Studien zum autoritären Charakter
Adorno: Zur Bekämpfung des Antisemitismus heute
Wolfgang Benz, Bilder vom Juden. Studien zum alltäglichen Antisemitismus
Tobias Jaecker: Politische Psychologie des Antisemitismus Die Protokolle der Weisen von Zion
Joly: Dialog in der Hölle zwischen Montesqieu und Machiavelli
Rohrbacher, Schmidt: Judenbilder
Vietta, Uerlings: Mythos und Moderne
Bemerkung
LirWiss
FB 02 Institut für Germanistik
Uni Kassel
WiSe 2014/15
Germanistik/Deutsch
Dux Anna Lina