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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar BBM 2d BM II 4 Genuss

-Freiheit, Freiheit, ist das einizge, was zählt.- Einerseits gehört das Streben nach persönlicher Freiheit, Individualität und freier Entfaltung nach wie vor zu den höchsten Gütern westlicher Demokratien. Anderseits mehren sich die Zeichen von staatlicher Repression. Normierungsdruck, Szenarien von totaler Überwachung...

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-Freiheit, Freiheit, ist das einizge, was zählt.- Einerseits gehört das Streben nach persönlicher Freiheit, Individualität und freier Entfaltung nach wie vor zu den höchsten Gütern westlicher Demokratien. Anderseits mehren sich die Zeichen von staatlicher Repression. Normierungsdruck, Szenarien von totaler Überwachung im Kampf gegen den internationalen Terror und zunehmende staatliche Reglementierung verändern gegenwärtig das Bild freiheitlicher Gesellschaften. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wollen wir einen literatur – und kulturgeschichtlichen Blick auf den Begriff der Freiheit richten. Dreh- und Angelpunkt unseres Parforceritts durch die deutsche Literatur soll dabei zunächst Schillers facettenreicher idealistisch gefärbter Freiheitsbegriff sein. Dieser - wie er sich beispielsweise in seinen Briefen ‚Über die ästhetische Erziehung des Menschen’ und dem Drama um den Schweizer Freiheitskämpfer ‚Wilhelm Tell’ darstellt - kann als Reaktion auf das europäische Großereignis des 18. Jahrhunderts angesehen werden: die Französische Revolution. Dabei bleibt die freiheitliche Utopie Motor für das literarische Engagement. Unser besonderes Interesse gilt den Schriftstellern des Vormärz – hier insbesondere Heine, Börne und Büchner –, deren scharfe Kritik am kleindeutschen Despotismus zu ihrer politischen Verfolgung führte. So ist das literarische Nachdenken über Freiheit verknüpft mit zentralen Ereignissen deutsch-europäischer Geschichte von den revolutionären Bestrebungen bis zum Widerstand gegen den Faschismus. Diesem geschichtlichen Bogen folgend wenden wir uns im zweiten Teil des Seminars Brechts ‚Aturo Ui’ sowie Adorno und Horkheimers ideologischer Befreiung und Aufarbeitung des Faschismus zu - jener von der 68-er Bewegung stark rezipierten Schrift ‚Dialektik der Aufklärung’. Der im Seminar verfolgte Bogen schließt mit der bewussten Rückwendung der Literatur der DDR auf die Klassik wie diese in Heiner Müllers ‚Germania Tod in Berlin’ umgesetzt wird sowie mit der Reflexion des dort gezeichneten Deutschlandbildes. Germanistik (BA, PO 2004) Kernfach BN: Kurzreferat oder Essay AP: schriftliche Hausarbeit Universität Düsseldorf SoSe 2017 Dr. Weber Angela