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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar BBM 2d BM II 4 Proseminar Konservative Revolutionäre Benn Jünger Beumelburg

Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs kommt es im November 1918 zur Revolution gegen die Monarchie. Auch wenn in der unübersichtlichen Gemengelage monarchistische Freischärler gegen einen demokratischen und sozialistischen Wandel ankämpfen, tritt die Nationalversammlung erstmals im Januar 1919 zusammen und...

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Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs kommt es im November 1918 zur Revolution gegen die Monarchie. Auch wenn in der unübersichtlichen Gemengelage monarchistische Freischärler gegen einen demokratischen und sozialistischen Wandel ankämpfen, tritt die Nationalversammlung erstmals im Januar 1919 zusammen und gründet im Anschluss die demokratische Weimarer Republik. Da die Republik erst durch den verlorenen Krieg entsteht und in den 20er Jahren zahlreiche ökonomische Probleme folgen, etabliert sich die neue demokratische Verfassung in konservativen Kreisen nicht dauerhaft. Das äußert sich in ‚gegenrevolutionären‘, antidemokratischen Bestrebungen: Die Schmach der Niederlage im Krieg soll überwunden werden, die Demokratie wird als eine von den Siegermächten aufoktroyierte Staatsform verunglimpft und die Nation zunehmend völkisch oder gar rassisch begründet, realisiere sie sich doch in der ‚Volksgemeinschaft‘. Damit erzeugen die konservativen Revolutionäre in den 20er Jahren den Nährboden für den Nationalsozialismus. Autoren wie Carl Schmitt oder Oswald Spengler buchstabieren diese rechtskonservative, nationalistische Ideologie aus, der sich zahlreiche zeitgenössische Schriftsteller zumindest zeitweise verpflichtet fühlen: so etwa Ernst Jünger, Gottfried Benn, Werner Beumelburg, aber auch Hugo von Hofmannsthal und bis Anfang der 20er Jahre Thomas Mann. Im Seminar wird das Werk der aufgeführten Schriftsteller – insbesondere das von Ernst Jünger und das von Gottfried Benn – aus den Kriegsjahren bis in die 30er Jahre hinein im Hinblick auf diese konservative Revolution analysiert. Zentrale programmatische Schriften der konservativen Revolutionäre werden gemeinsam diskutiert und die philosophischen und politischen Hintergründe erarbeitet. Im Zuge dessen werden wir auch ihre Verstrickung in die nationalsozialistische Gewaltherrschaft beleuchten. Gleichwohl werden im Seminar auch die zeitlichen Grenzen dieser konservativen Gesinnung markiert. Gottfried Benn etwa ist in seinem Frühwerk noch ganz dem Expressionismus verpflichtet und distanziert sich noch in der Frühphase des NS-Regimes von den Nationalsozialisten. Germanistik (BA, PO 2013) Ergänzungsfach Voraussetzung für einen Leistungsnachweis: Aktive Teilnahme und dokumentierte Einzelleistung, Modulprüfung möglich Universität Düsseldorf SoSe 2016 Waßmer Johannes Markus