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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Blockveranstaltung Biblische Gestalten im jüdischen Kontext Ihre Bedeutung im christlichen Religionsunterricht

Christliche RezipientInnen der Hebräischen Bibel/des Alten Testamentes lernen biblische Gestalten im christlichen Interpretationshorizont kennen. Dieses Kennenlernen prägt die Vorstellungen über die betreffende Figur. So wird beispielsweise Abraham als ein betagter Mann vorgestellt, der auf Gottes Ruf hin, allein im Vertrauen...

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Christliche RezipientInnen der Hebräischen Bibel/des Alten Testamentes lernen biblische Gestalten im christlichen Interpretationshorizont kennen. Dieses Kennenlernen prägt die Vorstellungen über die betreffende Figur. So wird beispielsweise Abraham als ein betagter Mann vorgestellt, der auf Gottes Ruf hin, allein im Vertrauen auf Gottes Verheißung von Land und Nachkommenschaft, seine Heimat verlässt. Zusammen mit Sarah erlebt er das Wunder der späten Geburt Isaaks, der als Erfüllung der Verheißung verinnerlicht wird. Diese Elemente der biblischen Erzählung Gen 12ff bestimmen die Zugangsweise zu Abraham sowohl in der privaten Auseinandersetzung als auch in der pädagogischen Vermittlung.  Ähnlich festgelegt auf bestimmte Charaktereigenschaften wird zum Beispiel Rebekka als  Fäden ziehende Figur hinter Jakobs Betrug, David gegen Goliath als Sinnbild des Kampfes der Kleinen gegen die Großen, oder Pharao als der von Gott im Herz verstockte Unterdrücker und Mose demgegenüber als der von Gott erwählte Befreier der Israeliten aus der Sklaverei.Jüdische Auslegung der Heiligen Schrift erinnert dieselben Figuren anders. Parallel zur christlichen Tradition und Kirche wächst die jüdische Tradition und Gemeinschaft in ihrer facettenreichen Vielfalt über die Jahrhunderte. Sie entwickelt spezifische Zugänge zur Heiligen Schrift, die erlauben, jede Unebenheit im hebräischen Text durch variantenreiche Methoden der Schriftauslegung mit Leben zu füllen und auf diese Weise neue, jeweils für die betreffende Generation stimmige Lesevarianten zu entdecken. In dieser Lehrveranstaltung soll es darum gehen, ausgewählte biblische Figuren in der spezifisch jüdischen Bibelauslegung kennenzulernen. Unterschiede und Parallelen im Zugang zur Heiligen Schrift sollen benannt werden, in Respekt gegenüber der jüdischen Tradition, die nicht einfach in christliche Interpretation übernommen werden kann. Reflexion über die eigenen, christlichen Zugänge zum Text und ihren Ergebnissen sollen zu einer Erweiterung des Verständnisses der gemeinsamen Heiligen Schrift und zur Reflexion über christliche Identität anregen. Möglichkeiten der praktischen Umsetzung der gewonnen Erkenntnisse im Religionsunterricht in allen Altersstufen und Schularten sollen diskutiert werden.  Literatur Selbstständige Lektüre, wird in der Einführungsveranstaltung bekannt gegeben. Selbstständige Lektüre, wird in der Einführungsveranstaltung bekannt gegeben. FB 02 Institut für Katholische Theologie Uni Kassel WiSe 2016/17 Lehrveranstaltungspool FB 02 Lechner Masser Susanne