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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Christianisierung in der Spätantike

Wir sind seit langem der Ansicht, dass Freiheit des Glaubens nicht verweigert werden sollte so bekannten sich die Augusti Konstantin I. und Licinius im Jahr 313 in dem sogenannten Mailänder Edikt zur religiösen Toleranz, auch gegenüber dem Christentum. Nachdem in...

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Wir sind seit langem der Ansicht, dass Freiheit des Glaubens nicht verweigert werden sollte so bekannten sich die Augusti Konstantin I. und Licinius im Jahr 313 in dem sogenannten Mailänder Edikt zur religiösen Toleranz, auch gegenüber dem Christentum. Nachdem in den vorgegangenen Jahrhunderten vor allem Verfolgungen die römische Politik gegenüber dem Christentum bestimmt hatte, markierte das beginnende 4. Jh. einen Wendepunkt in der Geschichte des frühen Christentums. Zunächst als religio licita unter den zahlreichen paganen Kulten anerkannt, avancierte das Christentum schließlich zur römischen Staatsreligion. Obwohl seit Ende des 4. Jh. das Christentum einen steten Zustrom an Anhängern verzeichnete und die paganen Kulte an Anziehungskraft verloren, verläuft die Verbreitung des Christentums im römischen Imperium nicht kontinuierlich. Die rasche Ausbreitung des Christentums seit dem 4. Jh., führte zwar zu einer veränderten Haltung der antiken Gesellschaft in Bezug auf verschiedene Lebensbereiche, wie Wirtschafts- und Berufsleben, Ehe und Familie, Sklaverei sowie Bildung, dennoch setzten sich die Auseinandersetzungen zwischen den Christen und Anhängern der paganen Kulte fort. Auch die Religionspolitik der verschieden Kaiser verläuft ambivalent. In dem quellenorientierten Seminar sollen zunächst die Grundbedingungen der Entstehung, Herausbildung und Verbreitung des Christentums sowie die Entwicklung der Organisation der christlichen Kirche erarbeitet werden. Im Zentrum des Seminars stehen die Betrachtung der unterschiedlichen religionspolitischen Ausprägungen sowie das sich wandelnde Verhältnis der Christen zum römischen Staat und zur Gesellschaft. Schließlich muss hinterfragt werden, ob man, trotz der antiken Vorstellung von Religion als Geschäft mit den Göttern, bestehend aus Leistung officium und Gegenleistung beneficia, im Sinne eines modernen Religionsbegriffes tatsächlich von einer Christianisierung in der Spätantike sprechen kann? Alexander Demandt, Die Spätantike. Handbuch der Altertumswissenschaften, Bd. III 6, 2. Aufl., München 2007; Hartmut Leppin, Von Constantin dem Großen zu Theodosius II.: Das christliche Kaisertum bei den Kirchenhistorikern Socrates, Sozomenus und Theodoret (Hypomnemata 110), Göttingen 1996. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2015/16 Geschichte Thissen Rebekka