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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Crossing borders and boundaries 8211 Perspektiven einer kritischen Soziologie der Grenze n

Grenzen sind zu einem zentralen Konfliktfeld der Globalisierung geworden. An den EU- Außengrenzen und an der US-mexikanischen Grenze versuchen jährlich hunderttausende illegalisierte Migrant_innen, teilweise unter Einsatz ihres Lebens, den Grenzübertritt in die Länder des Globalen Nordens. Ebenso in den Innenräumen...

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Grenzen sind zu einem zentralen Konfliktfeld der Globalisierung geworden. An den EU- Außengrenzen und an der US-mexikanischen Grenze versuchen jährlich hunderttausende illegalisierte Migrant_innen, teilweise unter Einsatz ihres Lebens, den Grenzübertritt in die Länder des Globalen Nordens. Ebenso in den Innenräumen der EU und den USA, etwa an den Flughäfen und Bahnhöfen oder in den Innenstädten, sind Grenzziehungen und -politiken präsent, werden durch Praktiken des Protestes und des Widerstandes aber auch immer wieder in Frage gestellt. Die kritischen Border Studies betrachten Grenzen nicht nur in ihren historisch-politischen Konstruktionsprozessen, sondern auch hinsichtlich ihrer sozio-kulturellen Effekte. Ausgehend von der Perspektive des Border-Feminismus der Chicana-Theoretikerin Gloria Anzaldúa können Grenzen als Transit-Orte verstanden werden, an dem die verschiedenen sich überkreuzenden Grenzziehungen des Ausschlusses (wie Race, Ethnizität, Sexualität, sozioökonomische Herkunft oder Geschlecht) von den Akteur_innen immer wieder überschritten werden. Grenzen sind Produkte sozialer und politischer Auseinandersetzungen, die ständig (neu) verhandelt und eingeschrieben werden müssen. Somit können sie nicht auf bloße geographische Grenzziehungen beschränkt, sondern die Vielzahl der am Grenzregime beteiligten Akteur_innen, Technologien und Institutionen müssen in der Analyse berücksichtigt werden. Grenzen können nach Brett Neilson und Sandro Mezzadra auch als Prisma verstanden werden, das Individuen mit unterschiedlichen Rechten, Möglichkeiten und Subjektpositionen ausstattet. Der Status der Illegalisierung nimmt den border crossers grundlegende Rechtsansprüche und macht sie als billige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft oder dem Care-Sektor verfügbar. Im Seminar wollen wir uns am Beispiel der europäischen und US-amerikanischen Grenzregime aktuelle Situationen von Migrationen und Grenzüberschreitungen anschauen. Mithilfe der Perspektiven aus der kritischen Migrationsforschung und feministischen Zugängen aus Ansätzen wie dem Border-Feminismus sollen die Kämpfe um Mobilität und ein würdiges Leben ebenso berücksichtigt werden, wie die Mechanismen der Aus- und Abgrenzung bzw. der Inklusion. FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2015/16 Soziologie HF Trzeciak Miriam