Uni-Düsseldorf
14. März 2017Seminar Der Pantheismusstreit
Der Pantheismusstreit John Toland spricht 1705 erstmals von Pantheisten und definiert den Pantheismus dann in den Origines Judaicae 1709 dahingehend, dass es kein von der Materie und dem Weltgebäude unterschiedenes göttliches Wesen gäbe. Der Pantheismusstreit wurde allerdings durch den Düsseldorf-Pempelforter...
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John Toland spricht 1705 erstmals von Pantheisten und definiert den Pantheismus dann in den Origines Judaicae 1709 dahingehend, dass es kein von der Materie und dem Weltgebäude unterschiedenes göttliches Wesen gäbe.
Der Pantheismusstreit wurde allerdings durch den Düsseldorf-Pempelforter Philosophen Friedrich Heinrich Jacobi (1743-1819) durch seine Schrift Über die Lehre des Spinoza in Briefen an den Herrn Moses Mendelssohn. Breslau 1785 (2., erweiterte Auflage 1789, 3., abermals erweiterte Auflage 1819) entfacht, in der er von Lessings Bekenntnis zu Spinoza und dem ν κα πν berichtet. Dass Spinoza und kein anderer im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht, stellt keinen Zufall dar. So wurde der Pantheismus lange vor Jacobis Enthüllungsschrift als -Spinozismus vor Spinoza- (Johann Budde, 1701) decouvriert. Doch erst Jacobi führt die Diskussion aus dem Souterrain literarischer Clandestina in die Beletage des philosophisch-theologischen Gipfelgesprächs. Es entfacht sich ein Streit, zunächst durch die Erwiderung von Moses Mendelssohn. In der Philosophie positionieren sich Herder, Schopenhauer, Schelling und Hegel gegen Jacobi auf unterschiedliche Weise zum Pantheismus. Die Bedeutung der Debatte für die Entwicklung der nach-kantianischen Philosophie, den sogenannten deutschen Idealismus, kann gar nicht unterschätzt werden. Spinozas subkutane Einflüsse kulminieren in Hegels berühmten Satz, dass die Substanz sowohl Substanz als auch Subjekt sei. In der Literatur nehmen u.a. Goethe und Heine eine modifizierte Form des Pantheismus ein.
Im Seminar sollen zunächst die Grundbegriffe Substanz und Gott aus Spinozas Ethik erläutert werden bevor dann der Streit zwischen Jacobi, Lessing und Mendelssohn entfaltet werden soll, wobei ein Ausblick auf die literarischen Streitpunkte einbezogen werden soll.
Zur Anschaffung empfohlene Literatur:
1. Baruch de Spinoza, Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt. Übersetzt, herausgegeben und mit einer Einleitung und Anmerkungen versehen von Wolfgang Bartuschat, Hamburg 2007 (F. Meiner).
2. Heinrich SCHOLZ (Hg.): Die Hauptschriften zum Pantheismus-Streit (1916) [Nachdruck 2012]
Maaßen, Helmut , Dr.
Universität Düsseldorf
SoSe 2016
Braun Roland