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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Der Surrealismus

Um 1920 entstand in Paris eine Bewegung, die sich unter Bezugnahme auf den Untertitel eines 1917 uraufgeführten Theaterstücks von Guillaume Apollinaire (Die Brüste des Tiresias. Ein surrealistisches Drama) -Surrealismus- nannte. Ziel war es, das Unwirkliche und Traumhafte sowie die Tiefen...

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Um 1920 entstand in Paris eine Bewegung, die sich unter Bezugnahme auf den Untertitel eines 1917 uraufgeführten Theaterstücks von Guillaume Apollinaire (Die Brüste des Tiresias. Ein surrealistisches Drama) -Surrealismus- nannte. Ziel war es, das Unwirkliche und Traumhafte sowie die Tiefen des Unbewussten auszuloten und den durch die menschliche Logik begrenzten Erfahrungsbereich durch das Phantastische und Absurde zu erweitern. Anfänglich war der Surrealismus eine rein literarische Bewegung. Stark geprägt vom Dadaismus führte André Breton die Gruppe der Surrealisten ab 1921 an und fungierte als ihr kommunikatives Sprachrohr, charismatischer Ideengeber und revolutionärer Programmschreiber. 1924 erscheint sein erstes -surrealistisches Manifest-, 1929 bereits das zweite. Das Seminar zeichnet die Entwicklung der Bewegung von der Gründung bis zur Trennung der Gruppe 1939 nach und befasst sich sowohl mit Vorbildern und Einflüssen, wichtigen Vertretern wie Dalí, Max Ernst, Magritte und Miró sowie charakteristischen Praktiken wie die -Autoécriture-, Traumprotokolle und -Cadavres éxquis-. Ein Schwerpunkt liegt auf der Malerei des Surrealismus und ihren zugrundeliegenden Prinzipien, die sich von der abstrakten Malerei und der dadaistischen Collage abwandten. Das surrealistische Bild basiert verstärkt auf den Verfahren der Kombinatorik und Metaphorik, wie auch durch vergleichende Betrachtungen unterschiedlicher surrealistischer Positionen deutlich wird. Gegenstand der Analyse werden neben Malerei, Skulptur und Dichtung auch neue Gattungen wie Photographie (Man Ray) und Film (Luis Bunuel), wo sich das surrealistische Denken und seine revolutionär-anarchistische Grundhaltung primär durch Schockästhetik Bahn bricht. Die Bereitschaft zur Übernahme eines Referates oder zur Vorbereitung einer Sitzung wird vorausgesetzt. Kunsthochschule Kassel Uni Kassel WiSe 2010/11 Kunstwissenschaft Dr. Seegers Ulli