Zurück zum Vorlesungsverzeichnis
Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Dialektik der Aufklärung

Das 1947 bei Ouerido in Amsterdam erschienene Gemeinschaftswerk Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, zunächst wenig beachtet, kann mittlerweile zu einem der Grundlagentexte der Moderne gerechnet werden. Die darin von den beiden Autoren gestellte...

Erstelle deinen persönlichen Lernplan

Wir helfen dir, diesen Kurs optimal vorzubereiten — mit einem individuellen Lernplan, Tipps und passenden Ressourcen.

Jetzt Lernplan erstellen
Das 1947 bei Ouerido in Amsterdam erschienene Gemeinschaftswerk Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. von Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, zunächst wenig beachtet, kann mittlerweile zu einem der Grundlagentexte der Moderne gerechnet werden. Die darin von den beiden Autoren gestellte pessimistische Diagnose der Zivilisation beschreibt den geschichtlichen Prozess der Aufklärung, dessen Zenit in der heillosen Verstrickung der Menschheit in Kriegen, Hungerkatastrophen, Völkermorden und der sich abzeichnenden finalen ökologischenoder militärischen Selbstzerstörung zu bestehen scheint. Die Aporie, dass mit jedem Fortschritt in der Entfaltung der Produktivkräfte und der Naturbeherrrschung, ohne Zweifel Grundlage eines jeden nur denkbaren Fortschritts, zugleich auch die Mittel der Herrschaft wachsen, diesen zu unterbinden, bleibt ein schweres Erbe dieses gewichtigen Buches. Horkheimer und Adorno zeigen die gegenseitige Verschränkung von Aufklärung und Mythologie, von Vernunft und Herrschaft und von Rationalität und Irrationalität auf. Die zentrale Frage umkreist dabei die Vernunft und ihre Regression zur instrumentellen Rationalität im Prozess der Aufklärung, welche sich in Verbindung mit der Naturbeherrrschung zu einem scheinbar undurchdringlichen Bann zusammengeschlossen hat. Der Einwand, dass, wenn der daraus resultierende Verblendungszusammenhang universell ist, sich kein Ort mehr angeben lässt, von dem aus die regressive Rationalität kritisiert werden kann, wird immer wieder vorgebracht. Weniger um diese Frage aber soll es in diesem Seminar gehen, als darum, welche Intentionen und Fragestellungen der Kritischen Theorie und der Dialektik der Aufklärung als einer Pathologie der Moderne auch vor dem Hintergrund unserer Gegenwart Aktualität beanspruchen können. Literatur: Max Horkheimer und Theodor W. Adorno, Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente, in: Max Horkheimer, Gesammelte Schriften Band 5, Frankfurt am Main 1987 (natürlich sind auch andere Ausgaben möglich)//Willem van Reijen und Gunzelin Schmid Noerr (Hrsg.), Vierzig Jahre Flaschenpost: Dialektik der Aufklärung 1947 bis 1987, Frankfurt am Main 1987//Heinz Steinert, Das Verhängnis der Gesellschaft und das Glück der Erkenntnis. Dialektik der Aufklärung als Forschungsprogramm, Münster 2007 FB 01 Institut für Philosophie Uni Kassel SS 2009 Philosophie HF Lachmann Jürgen