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Uni-Kassel
17. Juli 2017

Seminar Die Entwicklung der Philosophie der Individualität und Subjektivität Augustinus Wilhelm von Ockham Petrarca Descartes

Sa 28.11.09, 9:00-17:00 Sa 16.01.10, 9:00-17:00 So 29.11.09, 9:00-17:00 So 17.01.10, 9:00-17:00 Raum 0402, Arnold-Bode-Str. 2. -Ich will bei mir selbst sein, soweit ich kann, will die verstreuten Bruchstücke meiner Seele wieder aufsammeln und ernsthaft bei mir verweilen.- Mit diesen...

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Sa 28.11.09, 9:00-17:00 Sa 16.01.10, 9:00-17:00 So 29.11.09, 9:00-17:00 So 17.01.10, 9:00-17:00 Raum 0402, Arnold-Bode-Str. 2. -Ich will bei mir selbst sein, soweit ich kann, will die verstreuten Bruchstücke meiner Seele wieder aufsammeln und ernsthaft bei mir verweilen.- Mit diesen Worten bringt Francesco Petrarca (1304-1374) in seinem Dialog -Mein Geheimnis- die Sorge um das eigene Selbst zum Ausdruck. Tatsächlich gilt der Philosoph, Humanist und Dichter Petrarca zu Beginn der Renaissance wie kein zweiter Denker als ein Meister der Selbstdarstellung, mit dem erstmalig ein Entwurf zur frühneuzeitlichen Subjektphilosophie vorliegt. Dabei besteht das Besondere dieses Entwurfs von Subjektivität weniger in einem Durchbruch zu eigener Authentizität als in einer untrennbaren Verknüpfung von Selbstanalyse und Selbstinszenierung, die freilich - trotz ihres Neuerungsbewusstseins - nicht ohne die Vorgaben der Tradition denkbar ist. So konstruiert Petrarca in -Mein Geheimnis- nicht ohne Grund ein Gespräch dem christlichen Platoniker und Kirchenvater Augustinus (354-430), der das Problem der Gotteserkenntnis entschieden mit dem Problem der Selbsterkenntnis verknüpft und damit erste Impulse für die Entwicklung eines subjektiven Bewusstseins gibt. Der Spätscholastiker Wilhelm von Ockham (geb. um 1280, gest. um 1347) wiederum liefert einen entscheidenden Beitrag zur theoretischen Aufwertung des Begriffs des Individuums, ohne den die von Petrarca vollzogene Wendung zum Subjekt ebenfalls nicht verständlich wird. Mit René Descartes (1596-1650) bildet sich schließlich eine Auffassung von Subjektivität heraus, nach der die Eigenständigkeit des Individuums auch für die Sicherung der Erkenntnis in Anspruch genommen wird. Das Seminar versucht auf der Grundlage ausgewählter Lektüre diese wesentlichen Positionen zur Entwicklung von Individualität und Subjektivität nachzuvollziehen. Literatur: Aurelius Augustinus, De vera religione - Die wahre Religion, eingel., übers. und hg von J. Lössl, Paderborn (Schöningh) 2007. Ders., Confessiones - Bekenntnisse, lat.-dt., eingel., übers. und erläutert von J. Bernhart, München (Kösel-Verlag) 1966. Wilhelm von Ockham, Texte zur Theorie und der Wissenschaft, lat.-dt., hg., übers. und kommentiert von R. Imbach, Universalbibliothek, Stuttgart (Reclam) 2001.Francesco Petrarca, Secretum meum - Mein Geheimnis, lat.-dt., hg., übers. und mit einem Nachwort von G. Regen und B. Huss, excerpta classica XXI, Mainz (Dieterichsche Verlagsbuchhandlung) 2004. René Descartes, Meditationes de prima philosophia - Meditationen über die Grundlagen der Philosophie, lat.-dt., auf Grund der Ausgaben von A. Buchenau neu hg. von L. Gäbe, durchges. von H. H. Zekl, mit neuem Register und Auswahlbibliographie versehen von G. Heffernan, Phil. Bibliothek Bd. 250a, Hamburg (Meiner) 1992. FB 01 Institut für Philosophie Uni Kassel WS 2009/2010 Philosophie HF Kernstudium Dr. Bönker Vallon Angelika