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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Die konstruktive Rolle der kritischen Auseinandersetzung mit der „Diskriminierung der Türken“ in Deutschland beim Integrationsprozess türkischer Schüler TÜRKLERIN ALMANYA’DA ASAGILANMASININ ELESTIREL ACIDAN TARTISILMASININ TÜRK ÖGRENCILER

Viele Türken, darunter auch türkische Studierende und Schüler, empfinden es als eine Ausgrenzung, Herabwürdigung, Verunglimpfung und Verachtung, also als eine Diskriminierung ihnen gegenüber, wenn sie in der deutschen Gesellschaft oft als Last oder Gefahr gesehen werden und ihre Kultur nur...

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Viele Türken, darunter auch türkische Studierende und Schüler, empfinden es als eine Ausgrenzung, Herabwürdigung, Verunglimpfung und Verachtung, also als eine Diskriminierung ihnen gegenüber, wenn sie in der deutschen Gesellschaft oft als Last oder Gefahr gesehen werden und ihre Kultur nur auf ein Negativimage reduziert wird; in einem Land, wo sie geboren sind und ihre Eltern beim Aufbau Deutschlands in vielerlei Hinsicht Dankenswertes geleistet haben und noch leisten, wie kritische Untersuchungen belegen. Die Betroffenen sind wütend darüber, dass gerade der öffentlichkeitssteuernde Teil der deutschen Mehrheitsgesellschaft, also manche Medien und Politiker, die eine integrative Teilnahme der Türken propagieren, und deren vermeintliche Unfähigkeit verurteilen, eigentlich durch zahlreiche stigmatisierende und provozierende Äußerungen nicht nur selbst eine Trennung schafft, sondern gleichzeitig ihre bisherigen politischen Entscheidungen rechtfertigt. Sie sind dann auch dem deutschen Schulwesen gegenüber misstrauisch, wenn sie feststellen, dass viele deutsche Lehrer selbst von einem -einseitigen Türkenbild- -befallen- sind und trotz der ihre bisherigen Vorurteile falsifizierenden neuen Informationen Widerstand leisten. In diesem Zusammenhang scheint ein unausweichlicher erster Schritt zu sei, dass die Pädagogen als Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft sich zunächst selbst bemühen, die Betroffenheit der Türken, ihr Leiden und ihre Empörung zu verstehen, was u.a. während ihrer Sozialisation in Deutschland durch politische, gesetzliche, institutionelle und mediale direkte oder indirekte Diskriminierungen verursacht wurde, mindestens jedoch mit der gleichen Aufmerksamkeit, die man z.B. der -Kopftuchproblematik- widmet. Es wird dabei notwendig sein, die -Diskriminierung der Türken in der deutschen Mehrheitsgesellschaft als einen bedeutenden Integrationshemmenden Faktor- zu begreifen und diesen auch als solchen zu behandeln, damit die gewünschte interkulturelle Beziehung zwischen türkischen und deutschen Schülern nicht schon auf dem Schulhof aufhört und nicht als bloße -Döner-Integration- in Erinnerung bleibt… Diese Veranstaltung möchte dazu einladen, sich an dieser Diskussion zu beteiligen. FB 01 Institut für Erziehungswissenschaft Uni Kassel SS2006 Uzerli Hüseyin