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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Einführung in die Soziologie ökonomischen Wissens

In den Sozial- und Kulturwissenschaften ist in den letzten Jahren ein verstärktes Interesse an einer Analyse der ökonomischen Wissensproduktion zu beobachten. Während sich die klassische Wirtschaftssoziologie oftmals eher als alternative, sozialwissenschaftliche Wissenschaft der Ökonomie (und der ökonomischen Verhältnisse) verstanden hat,...

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In den Sozial- und Kulturwissenschaften ist in den letzten Jahren ein verstärktes Interesse an einer Analyse der ökonomischen Wissensproduktion zu beobachten. Während sich die klassische Wirtschaftssoziologie oftmals eher als alternative, sozialwissenschaftliche Wissenschaft der Ökonomie (und der ökonomischen Verhältnisse) verstanden hat, lässt sich unter dem Stichwort der Sociology of Economics seit einigen Jahren eine verstärkte Auseinandersetzung mit ökonomischen Wissen und Denken beobachten. Im Zentrum stehen dabei u.a.: die soziale Genese und die gesellschaftlichen Folgen ökonomischen Wissens, die Art und Weise, wie sich die Ökonomik als Wissenschaft konstituiert und inszeniert sowie die Wirkungen/die Performativität ökonomischen Denkens. Stärker als in der klassischen Wirtschaftssoziologie rückt damit nicht nur die Ökonomie, sondern gerade die Ökonomik als Wissensdisziplin und selbst spezifisch ökonomische Denkweise in den Blick.   Da es sich bei der Soziology of Economics um eine relativ junge und zunächst vor allem international geführte Debatte handelt, versteht sich das Seminar im ersten Schritt als Einführung in diese Diskussion. Inhaltlich besteht das Ziel des Seminars darin, die Entstehung, die spezifische Ausprägung und die Wirkmächtigkeit ökonomischer Wissensproduktion zu thematisieren und damit die institutionellen Wirkmechanismen, Praktiken und Diskurse sichtbar zu machen, die dem gesellschaftlichen Einfluss der Wirtschaftswissenschaft zugrunde liegen.   Die Themen und die im Seminar zu lesenden Autor_innen werden zu Beginn des Seminars vorgestellt bzw. abgestimmt. Themenvorschläge sind erwünscht, eigene Lektürewünsche können gerne eingebracht werden. Wesentliche theoretische Referenzpunkte des Seminars könnten dabei sein: die Governmentality Studies (Foucault), die Akteur-Netzwerk-Theorie (Callon), die Soziologie der Rechtfertigung (Boltanski/Thevenot) sowie die Soziologie der Finanzmärkte (Knorr Cetina et al). FB 05 Gesellschaftswissenschaften Uni Kassel WiSe 2016/17 Soziologie Dr. Gertenbach Lars