Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Emotion und Literatur Affektpoetik im Gattungsvergleich
-Emotionen sind die wahren Einwohner der menschlichen Lebensläufe.- (A. Kluge) Selbst in der Rückschau auf ein Leben sind es die Erinnerungen und Emotionen, die die Versprachlichung und damit die -Lesbarkeit des Lebens- bestimmen. Der emotionale Gehalt begründet die subjektive Werthaltigkeit...
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Jetzt Lernplan erstellen-Emotionen sind die wahren Einwohner der menschlichen Lebensläufe.- (A. Kluge) Selbst in der Rückschau auf ein Leben sind es die Erinnerungen und Emotionen, die die Versprachlichung und damit die -Lesbarkeit des Lebens- bestimmen. Der emotionale Gehalt begründet die subjektive Werthaltigkeit des Erinnerten und Erinnerns.
Auch die Literatur, die wissenschaftliche einmal ausgenommen, lebt von Emotionen. Doch in welcher Weise sind Emotionen ein prägender Teil der Literatur? Sind es nur die LeserInnen, die Emotionen ins Spiel bringen? Was ist emotional an einem erzählerischen, lyrischen, dramatischen Text? Inwieweit lenken Emotionen die Textrezeption und den interpretativen Zugang zu einem Text? Bietet die Sprache als Kommunikationsmittel überhaupt die Möglichkeiten für den Ausdruck der genuin nicht-sprachlichen Phänomene?
Seminartexte
Neben Texten aus unterschiedlichen Epochen und Gattungen (Tieck, Goethe, St. Zweig, Aichinger u.a.) beschäftigen wir uns mit ausgewählten Theorieansätzen, die die emotionale Analyse von literarischen Texten wissenschaftlich fundieren. Vorgesehen ist, die theoretischen Texte als Reader zur Verfügung zu stellen.
Ergänzend wird im EWS ein Literaturapparat für die vertiefte Auseinandersetzung bereitgestellt (die Lektüre dieser Texte ist grundsätzlich freigestellt).
Lernziele des Seminars
• Die TeilnehmerInnen können den Stellenwert und die Bedeutung von Emotionen im Rahmen einer Textanalyse unter Rückgriff auf wissenschaftliche Konzepte darlegen und begründen.
• Aneignung von theoretischen Kenntnissen aus der Emotionsforschung (deklaratives Wissen).
• Wissenstransfer: Erwerb der Kompetenz zur Anwendung von Theoriekenntnissen im Rahmen der Textanalyse (prozedurales Wissen, Methodenkompetenz).
• Die Kompetenz, narratologische Kernfunktionen der Emotionen bestimmen und begründen zu können.
• Die vertiefte Kenntnis der ausgewählten Texte (literaturgeschichtliches Basiswissen).
Studienleistungen
Die Bescheinigung der Aktiven Teilnahme setzt zum einen die Bearbeitung von drei Moodle-Textaufgaben voraus, Mindestumfang pro Beitrag 400 Wörter (Moodle nutzen wir neben dem EWS als Lernplattform). Zum anderen ist die Teilnahme an einer Projektgruppe verpflichtend. Insgesamt wird es vier Projektgruppen geben, die jeweils eine Unterrichtseinheit im schulischen Sinne vorbereiten (abhängig von der Zahl der TeilnehmerInnen unterteilen sich die Gruppen in Untergruppen). Jede Projektgruppe widmet sich einem Primärtext, den sie im Lichte eines ausgewählten theoretischen Ansatzes analysiert und hieraus eine Unterrichtseinheit entwickelt. Nähere Informationen in der Erstbesprechung.
Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Hausarbeit zu erstellen (die Moodle-Texte werden beim Seitenumfang angerechnet). [Eine Klausur wird nicht angeboten.]
Angewandte Studiengänge
Die Eignung für die angewandten Studiengänge besteht.
Seminarorganisation
Im Seminar werden zur didaktischen Visualisierung der Lehr-/Lerninhalte Mindmaps zur Verfügung gestellt.
Allgemeine Literaturempfehlung zum Seminar
Sabine A. Döring (Hrsg.): Philosophie der Gefühle, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2009.
Technische Universität Dortmund
SoSe 2015
Institut für deutsche Sprache und Literatur
Bangert Arno