Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Ende gut alles gut Der sekundäre Markusschluss
Diese Veranstaltung ist Teil einer thematisch gebundenen, fachübergreifenden und interdisziplinären Seminarreihe, organisiert vom Geistes- und Kulturwissenschaftlichen Doktorandenkolleg des Fachbereichs 02 (GeKKo). Gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in...
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Jetzt Lernplan erstellenDiese Veranstaltung ist Teil einer thematisch gebundenen, fachübergreifenden und interdisziplinären Seminarreihe, organisiert vom Geistes- und Kulturwissenschaftlichen Doktorandenkolleg des Fachbereichs 02 (GeKKo).
Gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel.
Dies ist die Reihenfolge der heilsbringenden Geschehnisse am ersten Ostern. So zumindest sagt es das Apostolische Glaubensbekenntnis. Schauen wir jedoch in das Markusevangelium, dann ist in den heutigen Ausgaben nach der Auferstehung der Text zu Ende. Die Frohbotschaft vom Kommen des Christus, so wie es das Markusevangelium darstellt, endet mit Schrecken und Entsetzen. Die Frauen, die Jesu Leichnam nach dessen Kreuzigung salben wollten, fliehen erschrocken vom leeren Grab und sagen niemanden von den Geschehnissen. Wie plausibel ist dieses Ende?
Dass dieses Ende bereits den Christen im 2. Jhdt. nicht gefiel, zeigen Textzeugen, die die Geschichte fortschreiben. In einem ebenfalls überlieferten sekundären Ende begegnet Jesus seinen Jüngern noch einmal. Er gibt seine letzten Missionsbefehle und fährt dann in den Himmel.
Im Seminar werden wir uns mit den sekundären Schlüssen des Markusevangeliums befassen. Hierzu ist es zunächst unumgänglich, dass wir intensiv die textkritische Methode erarbeiten. Danach schließt sich eine Diskussion um die Plausibilität der Textvarianten an, um in diesem Zuge über deren theologische Konsequenzen zu reflektieren.
Da die textkritische Methode vor allem den Studierenden nützt, die des Altgriechischen mächtig sind, richtet sich das Seminar vornehmlich an L3-Studierende.
Auch andere Seminare des Fachbereichs 02 arbeiten zu diesen und ähnlichen Themen. Alle Seminare kommen am Dienstag, 27.10.2015, 18-20 Uhr (Campus Center HS 3) zusammen, wo das Thema von zwei Doktoranden aus Philosophie und Linguistik (Martin Böhnert und Paul Reszke) vorgestellt und einleitend diskutiert wird. Der von ihnen publizierte Text Linguistisch-philosophische Untersuchungen zu Plausibilität - Über kommunikative Grundmuster bei der Entstehung von wissenschaftlichen Tatsachen bildet dazu die Grundlage. Danach erarbeiten die einzelnen Seminargruppen spezifisch aus ihrer je eigenen Fachperspektive bis zur Weihnachtspause Ideen, Anwendungsbeispiele und Kritik in Bezug auf Plausibilität. Am Ende treffen sich alle Seminare wieder zu einem gemeinsamen Blocktermin, wo sie ihre Ergebnisse präsentieren und diskutieren. (Dienstag, 26.01.2016, 16-20 Uhr, CC HS 3.) Die genaue Prüfungsleistung wird mit den jeweiligen Lehrenden besprochen.
Andere Veranstaltungen des Fachbereichs 02 zu dem Thema sind:
- Germanistische Literaturwissenschaft; Essi Djinkpor/Phoebe Schmidt: -Unser Ende ist euer Untergang- - Die Bedeutung oraler Tradierung bei indigenen Stämmen und afrikanischen Urvölkern.
- Germanistische Literaturwissenschaft; Urania Milevski: Plausibles Erzählen
- Germanistische Mediävistik; Johanna Müller: Wie aus dem Drachen ein Krokodil wurde - Zur Herstellung von Plausibilität im und über das Mittelalter
- Philosophie; Jens Schnitker: Zur Plausibilität von Gedankenexperimenten
FB 02 Institut für Evangelische Theologie
Uni Kassel
WiSe 2015/16
Ev.Religion
Haase Daniel