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Uni-München
14. März 2017

Seminar ENTFÄLLT Der verfemte Teil Grenzdenken und Ausgrenzung in der Ethnologie

Georges Bataille, Michel Leiris, Antonin Artaud, Roger Caillois: Unser Seminar behandelt Grenzdenker und Außenseiter der Ethnologie, die sich mit dem ,Unsagbaren, dem zuweilen im akademischen Diskurs ,Unsichtbaren beschäftigt haben und der Fragestellung, wie diese -unterworfenen Wissensarten- (Foucault) als Diskurse des...

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Georges Bataille, Michel Leiris, Antonin Artaud, Roger Caillois: Unser Seminar behandelt Grenzdenker und Außenseiter der Ethnologie, die sich mit dem ,Unsagbaren, dem zuweilen im akademischen Diskurs ,Unsichtbaren beschäftigt haben und der Fragestellung, wie diese -unterworfenen Wissensarten- (Foucault) als Diskurse des Außen einer gesellschaftlich-akademischen Diskurskontrolle unterworfen sind und ausgegrenzt werden. Autoren einer ,linken Durkheimschule spielen folgerichtig in der gegenwärtigen ethnologischen Diskussion kaum eine Rolle. Dabei sind gerade Konzepte wie das -Linke Heilige- oder die -Theorie der Verschwendung- und -Überschreitung- (Bataille) durchaus brauchbare Instrumente eines Werkzeugkastens, die auch im Sinne einer von James Clifford geforderten Anthropologie als Kritik der eigenen Kultur fruchtbar gemacht werden sollten. Gegenstand des Seminars ist die Beschäftigung mit einem, häufig mit Elementen der Philosophie und des Surrealismus vermischten, Denken an und jenseits der Grenze des Sag- und rational Erfassbaren, dessen Relevanz in der gegenwärtigen, meist positivistisch orientierten Kultur- und Sozialanthropologie selten erkannt wird. Schließlich folgen wir Foucaults Anregung aus der -Ordnung der Dinge-, der die Ethnologie zusammen mit der Psychoanalyse und der Sprachwissenschaft als ein subversives Außen einer Gegenwissenschaft gegenüber der repressiven, ausschließenden Dominanz des gesellschaftlich hegemonialen (Wissenschafts-)Diskurses verstanden wissen wollte und somit letztlich eine Kritik des Eigenen anstrebte. Grobes Programm: Das Seminar soll als Blockseminar an zwei Wochenenden Ende Juni und Anfang Juli 2015 stattfinden und wird in Form von Kurzreferaten, Gruppenarbeiten und einer Diskussion im -Oxfordstyle- durchgeführt. Die Studenten werden Hausarbeiten anfertigen. Grundlagenliteratur zur Einführung (Auswahl): • Artaud, Antonin 1992: Mexiko. München. [darin Die Tarahumaras. Revolutionäre Botschaften] • Bataille, Georges 1985: Die Aufhebung der Ökonomie. München. • Caillois, Roger 1988: Der Mensch und das Heilige. München. • Clifford, James 2002: The predicament of culture. Twentieth-century ethnography, literature, and art. Cambridge u.a. • Drexler, Josef 2012: Das linke Heilige und die Gewalt. Transgression, Subversion und Normativität in indioamerikanischer und heterologischer Perspektive Batailles. In: Riekenberg, Michael (Hg.): Zur Gewaltsoziologie von Georges Bataille. Leipzig. 51-71. • Foucault, Michel 2012: Die Ordnung der Dinge. Eine Archäologie der Humanwissenschaften. Frankfurt/M. • Foucault, Michel 2012: Die Ordnung des Diskurses. Frankfurt/M. • Leiris, Michel 1979: Das Heilige im Alltagsleben. In: Ders.: Die eigene und die fremde Kultur. Ethnologische Schriften I. Herausgegeben von Hans-Jürgen Heinrichs. Frankfurt/M. 228-238 • Marcus, George E.; Fischer, Michael M. J. 1986: Anthropology as cultural critique. An experimental moment in the human sciences. Chicago u.a Leistungsnachweis B.A.: Hausarbeit, 6 ECTS, benotet M.A. Themenfelder: Hausarbeit oder Übungsaufgaben, 6 ECTS, benotet M.A. Profilveranstaltung: Hausarbeit oder Übungsaufgaben oder Thesenpapier, 6 ECTS, unbenotet Zemmrich, Falko , M.A. B.A.: Hausarbeit, 6 ECTS, benotet M.A. Themenfelder: Hausarbeit oder Übungsaufgaben, 6 ECTS, benotet M.A. Profilveranstaltung: Hausarbeit oder Übungsaufgaben oder Thesenpapier, 6 ECTS, unbenotet LMU München SoSe 2015 PD Dr. Drexler Josef