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Uni-Düsseldorf
14. März 2017

Seminar Europa Einmischungen

In diesen Wochen und Monaten verwandelt sich Europa praktisch täglich ein Stück mehr zurück in eine seltsame Ansammlung von Nationalstaaten, die wohl eine Reihe von Institutionen rechtlicher, politischer und ökonomischer Art miteinander teilen, doch nur allzu schnell wieder in nationale...

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In diesen Wochen und Monaten verwandelt sich Europa praktisch täglich ein Stück mehr zurück in eine seltsame Ansammlung von Nationalstaaten, die wohl eine Reihe von Institutionen rechtlicher, politischer und ökonomischer Art miteinander teilen, doch nur allzu schnell wieder in nationale Konkurrenz und Abschottung gegen ein imaginäres Außen verfallen. Was sind die Mechanismen, die innerhalb kürzester Frist alle Versprechen der Solidarität wieder vergessen lassen: zunächst in der Finanzkrise gegenüber Griechenland und anderen Ländern des Südens, nun gegenüber den Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten Asiens und Afrikas? Was ist das, dass Europa sich einerseits als Kultur der Toleranz und Aufklärung, der Solidarität und des Humanismus versteht, andererseits aber immer am Rand des Zerfalls, der Pogrome und des Bürgerkrieges steht und mit seinem Imperialismus und der kolonialen Gewalt eine historische Schuld mit sich führt, der es sich noch kaum gestellt hat. Gibt es eine europäische Kultur? Oder wäre gerade die Infragestellung von Identitätspolitik paradoxerweise das, was Europa als Idee einer Gemeinschaft, die nicht auf dem Ausschluss der anderen beruht, auszeichnen könnte? Das Seminar will sich diesen aktuellen und offenen Fragen stellen. Kulturtheoretische, philosophische und historische Texte stehen neben der Diskussion über die gegenwärtigen Prozesse. Und es wird darum gehen zu fragen, wie man sich einmischen kann. Institut für Medien- und Kulturwissenschaft Universität Düsseldorf SoSe 2016 Univ.-Prof. Dr. Görling Reinhold