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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Frauen im Alten Testament

Untrennbar mit dem Alten Testament sind landläufig Namen wie Abraham, Mose, Jakob, Aaron, Samuel, David, Jesaja oder Jeremia verbunden, die als Patriarchen, Könige, Richter, Propheten, Weisheitslehrer oder Priester dargestellt werden und die nach der biblischen Erzählung die Geschicke Israels lenkten....

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Untrennbar mit dem Alten Testament sind landläufig Namen wie Abraham, Mose, Jakob, Aaron, Samuel, David, Jesaja oder Jeremia verbunden, die als Patriarchen, Könige, Richter, Propheten, Weisheitslehrer oder Priester dargestellt werden und die nach der biblischen Erzählung die Geschicke Israels lenkten. Auffällig ist, dass es sich dabei fast ausschließlich um Männer handelt. Im heutigen Alltag, ob beispielsweise im Religionsunterricht oder in den liturgischen Lesungen, wird der Eindruck erweckt bzw. bestärkt, alttestamentliche Texte seien größtenteils Darstellungen von -Männerschicksalen-. Diese verengte Perspektive setzt das Frausein in Abhängigkeit zum Mann als Ehefrau oder Mutter. So käme Frauen nur im Zusammenhang mit Männern eine Bedeutung zu. Es stellt sich die Frage, ob diese Sichtweise biblisch ist? Auf der einen Seite ist das Alte Testament in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft verfasst worden und vorrangig von Männern für Männer geschrieben, die ihre androzentrische Perspektive mit einbrachten. Auf der anderen Seite begegnen den heutigen Leserinnen und Lesern Texte, -die Frauenstimme authentisch zum Ausdruck bringen- (I. Fischer, Das Alte Textament - ein Buch für Frauen?, S. 176). Ein Schwerpunkt dieses Seminars liegt auf der Erarbeitung eines Verständnisses von -Frausein- im Alten Testament. Auskunft dazu geben unter anderem die Schöpfungserzählungen, sowie verschiedene Rechtstexte. Dabei werden Themen wie Gleichberechtigung, Gewalt an Frauen und die Rechte von Frauen angesprochen. Daneben werden einzelne Frauengestalten der Bibel fokussiert, die sich als (Erz)Mütter, Retterinnen, Ahnfrauen, Königinnen, Ratgeberinnen, Prophetinnen und weise Frauen einen festen Namen in der Hebräischen Bibel sowie in der Geschichte Israels gemacht haben. Weitere inhaltliche Schwerpunkte des Seminars stellen weiblich konnotierte Gottesbilder sowie die Verwendung weiblicher Metaphorik (Schwangerschaft, Geburt usw.) im Alten Testament dar. Im Seminar sollen des Weiteren die Grundlagen der feministischen Bibelauslegung thematisiert werden. Erwartet werden neben regelmäßiger, aktiver Teilnahme das Interesse am Umgang mit biblischen Texten sowie die Bereitschaft, eine Seminareinheit zu gestalten. Einführende Literatur: * Fischer, Irmtraud: Das Alte Testament – ein Buch für Frauen?, in: Erich Zenger (Hrsg.): Lebendige Welt der Bibel. Entdeckungsreise in das Alte Testament, Freiburg/ Basel/ Wien 1997, S. 176-183. * Schottroff, Luise/ Marie-Theres Wacker (Hrsg.): Kompendium feministische Bibelauslegung, 2. Aufl., Gütersloh 1999. Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben Bemerkung Module Kath. Theologie: L1/M4; L2/M21, L1/M24 Ev. Theologie: M1.04, M1.06; M2.01, M2.04, M2.06 Das Seminar ist offen für Studierende der alten Studienordnung. FB 01 Institut für Katholische Theologie Uni Kassel SoSe 2010 Kat.Religion Ev.Religion Fischer Andrea