Uni-München
14. März 2017Seminar Fülle Überfluss Verschwendung A2 V2
Das Seminar fragt nach dem Zuviel in der Literatur. Wir beschäftigen uns mit Formen der semantischen und verbalen Fülle genauso wie mit Szenen der Verschwendung und Reflexionen des Überflusses. Dabei diskutieren wir, nach welchem Maß hier ein Zuviel entsteht. In...
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Jetzt Lernplan erstellenDas Seminar fragt nach dem Zuviel in der Literatur. Wir beschäftigen uns mit Formen der semantischen und verbalen Fülle genauso wie mit Szenen der Verschwendung und Reflexionen des Überflusses. Dabei diskutieren wir, nach welchem Maß hier ein Zuviel entsteht. In welchem Verhältnis stehen literarische Formen und Darstellungen von Fülle und Verschwendung zu Poetiken und Ökonomien des Maßhaltens? Inwiefern reflektieren diese wiederum die Überschreitung eines Maßes? Demgegenüber stehen positive Bestimmungen der Fülle und der Verschwendung – etwa als literarische oder als kulturtheoretische Kategorien von der Antike über die Renaissance und das Barock bis in die Moderne.
Ausgangspunkt unserer Beschäftigungen mit der Fülle ist die Bestimmung der copia als copia verborum und rerum (Wort- und Dingfülle) in antiken Rhetoriken. Dass es hierbei nicht nur um Wort-Reichtum geht, sondern auch um materiellen Reichtum, lässt sich vielleicht über die Geschichte des Cornucopia, des Füllhorns, wie sie Ovid erzählt, erfassen. Das Füllhorn schüttet mühelos die Dinge der Natur und die Wörter einer Sprache aus. Solche Fülle ist charakteristisch für die Künste des Barock, deren -Rhetorik des Exzesses- (Walter Johnston) auch ihre Kritiker auf den Plan gerufen hat. Die Verbindung von ästhetischen und gesellschaftlichen Formen der Fülle und der Verschwendung ist schließlich insbesondere mit Blick auf die Gegenwartskultur und ihrer kapitalistischen Verortung zu befragen, etwa bei Werner Sombart oder Georges Bataille.
Erwartet wird regelmäßige Anwesenheit und aktive Mitarbeit sowie die Bereitschaft, die Mitverantwortung für eine Sitzung zu übernehmen.
ECTS:
BA HF: 6 ECTS (Hausarbeit oder Essays bzw. Referat, benotet)
MA HF: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
SLK:3 ECTS (keine Hausarbeit, benotet), 6 ECTS (Hausarbeit, benotet)
MA NF: 6 ECTS (Essays oder Referat, unbenotet)
Department I - Germanistik, Komparatistik, Nordistik, Deutsch als Fremdsprache
Erfolgreich absolvierter Einführungskurs der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft oder Einführungskurs einer anderen Philologie.
Wenn Sie eine Hausarbeit im Nebenfach SLK schreiben möchten, sprechen Sie bitte vorab mit der Studiengangskoordination SLK!
B.A.-Nebenfach SLK:
Diese Veranstaltung entspricht in WP 2 dem Kurstyp -Begleitkurs zu Themen der Literaturwissenschaft m/n/o/p- (WP 2.0.14/16/18/20). Sie erhalten 3 ECTS, wenn Sie entweder eine Klausur (30-60 Min.) schreiben oder eine mündliche Prüfung (15-30 Min.) ablegen oder ein Thesenpapier (3.000-6.000 Zeichen) oder Übungsaufgaben (3.000-6.000 Zeichen) fertigen. Die Prüfung muss benotet sein. Die Wahl der Prüfungsart liegt beim Dozenten.
LMU München
SoSe 2015
Dr.
Schumm Johanna