Uni-Kassel
14. März 2017Seminar Gesellschaft und Raum II
Derzeit stehen insgesamt 851 Objekte auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Die mit der Ausweisung als Welterbestätte verbundenen Erwartungen erschließen sich in den meisten Fällen nicht direkt aus der ursprünglichen Funktion bzw. Nutzung der Objekte und Gebiete für den Menschen oder...
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Jetzt Lernplan erstellenDerzeit stehen insgesamt 851 Objekte auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Die
mit der Ausweisung als Welterbestätte verbundenen Erwartungen erschließen
sich in den meisten Fällen nicht direkt aus der ursprünglichen Funktion bzw.
Nutzung der Objekte und Gebiete für den Menschen oder der von der UNESCO
festgestellten besonderen Bedeutung bestimmter Erscheinungen in der Natur.
Am Antragstellungsverfahren sind in der Regel unterschiedlichste
Institutionen und Akteure auf verschiedenen administrativen Ebenen
beteiligt. Entsprechend vielgestaltig können auch die Erwartungen an die
Ausweisung und ihre Wirkungen im Sinne eines regionalen
Entwicklungspotenzials nach einer erfolgreichen Anerkennung als Welterbe
sein. Im Seminar soll auch auf das scheinbare Paradox der Welterbekonvention
eingegangen werden, bei dem die aktuelle Bedeutung eines globalen Interesses
am Weltkulturerbe im Gegensatz zu einer im ursprünglichen Kontext an eine
bestimmte lokale Örtlichkeit gebundenen kulturellen Identität zu stehen
scheint. So wird denn auch die Konvention im Sinne eines internationalen
Rechtsinstrumentes von ökologisch ausgerichteten NGOs als Druckmittel gegen
die ökonomische Ausbeutung bestimmter Regionen eingesetzt. Aber auch die
Verwendung des Welterbes als Konsumgut im Sinne einer touristischen
Vermarktung zeigt das partikulare Interesse auf, das sich mit dem Wunsch,
Teil des Welterbes zu sein, verbindet. Nicht zuletzt kann sich auch die
klassische Kulturlandschaftsforschung im Prozess der Ausweisung von neuen
Welterbestätten beteiligen. Aus geographischer Perspektive bietet die
Welterbekonvention somit eine Vielzahl von Schnittstellen, an denen
unterschiedliche geographische Forschungsansätze (Politische Geographie,
Geographie des Tourismus, Kulturlandschaftsforschung etc.) in Bezug auf
geplante und bestehende Welterbestätten angewendet werden können. Literatur: Wird im Seminar bekannt gegeben. Prüfungsleistung: mündliches Referat, Hausarbeit
FB 05 Gesellschaftswissenschaften
Uni Kassel
SS 2008
Erdkunde
Dr.
Waack Christoph habil