Uni-Dortmund
14. März 2017Seminar Globale Öffentlichkeit Global Governance die Vereinten Nationen und Strukturen internationaler Medienberichterstattung
Die Vereinten Nationen, Governance, Medien und Öffentlichkeit – kaum eine Institution, Organisation, kaum ein Konzept oder gesellschaftlicher Prozess kommt in den zeitgenössischen politik- oder kommunikationswissenschaftlichen Auseinandersetzungen ohne globalisierungstheoretische Referenzen aus. Zumeist konstatieren oder suggerieren diese ihrerseits eine pan-globale Verflechtung und...
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Jetzt Lernplan erstellenDie Vereinten Nationen, Governance, Medien und Öffentlichkeit – kaum eine Institution, Organisation, kaum ein Konzept oder gesellschaftlicher Prozess kommt in den zeitgenössischen politik- oder kommunikationswissenschaftlichen Auseinandersetzungen ohne globalisierungstheoretische Referenzen aus. Zumeist konstatieren oder suggerieren diese ihrerseits eine pan-globale Verflechtung und konzeptuelle Ubiquität. Globalisierungsassoziationen prägen die politischen, ökonomischen, kulturellen und gesellschaftlichen Diskurse und werden eben dann am interessantesten, wenn sie nicht nur explizit artikuliert werden, sondern sich tendenziell implizit äußern und damit als ein tief eingewobenes Argumentationsrepertoire fungieren. Unabhängig vom jeweiligen Modus erscheinen die UN, Global Governance, globale Medien und eine globale Öffentlichkeit dann als Archetypen eines faktischen Globalismus oder Globalisierungsprozesses.
Aber eben diese kanonische Rezeption der Globalisierungstheorie gilt es zu hinterfragen. Denn zeitgleich setzt sich verstärkt die Erkenntnis durch, dass eine Globalisierung, als pan-globales Faktum, in vielen gesellschaftlichen Bereichen nicht existent ist bzw. eine deutliche Überwertung erfährt. Muss also eher von einer »gestörten Globalisierung« gesprochen werden, die unilineare Medienglobalisierungsprozesse im Kontext der Massenmedien in vielen Bereichen als Mythos begreift und die Strukturen einer »globaler Öffentlichkeit« allenfalls als Chimäre erkennt?
Dieser Fragestellung soll aus kommunikations- als auch politikwissenschaftlicher Perspektive sowohl auf theoretischer als auch empirischer Ebene nachgespürt werden.
Es wird darum gehen, Konzepte wie Global Governance, globale Öffentlichkeit und Medienlegitimität zu analysieren. Es soll der Frage nachgegangen werden, wie sich globale massenmediale Öffentlichkeitsverflechtungen empirisch festhalten lassen und in welchem Verhältnis neue Formen globalen Regierens und responsive Medienöffentlichkeiten zueinander stehen. Welche globalen Legitimationsgeographien, aber auch welche strukturellen Defizite internationaler Berichterstattung sich ausmachen lassen?
Als empirischer Untersuchungsgegenstand werden hier vor allem die Vereinten Nationen im Mittelpunkt des Interesses stehen: Fungieren sie als potentieller Kristallisationspunkt global verflochtener Öffentlichkeit(en)?
Technische Universität Dortmund
SoSe 2015
Dr.
Ulrich Dirk Claas