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Uni-München
14. März 2017

Seminar Grün statt Grau 8211 Urbanes Gärtnern als Selbstversorgung und Politik

Auf dem Dach des Münchner Gasteigs summen die Bienen, auf Verkehrsinseln blühen Blumenwiesen, auf dem Isarbalkon sprießen Karotten und Sonnenblumen und im städtischen Rosengarten können die Münchner_innen Erdbeeren und Bohnen ernten. Das Bedürfnis nach Natur in der Stadt jenseits des...

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Auf dem Dach des Münchner Gasteigs summen die Bienen, auf Verkehrsinseln blühen Blumenwiesen, auf dem Isarbalkon sprießen Karotten und Sonnenblumen und im städtischen Rosengarten können die Münchner_innen Erdbeeren und Bohnen ernten. Das Bedürfnis nach Natur in der Stadt jenseits des klassischen Straßenbegleitgrüns wird immer nachdrücklicher. Die Akteur_innen möchten der Verdichtung und Kommerzialisierung des städtischen Raums frei zugängliche, kollektiv bewirtschaftete und bunte Freiräume entgegensetzen. Zudem handelt es sich bei der gemeinschaftlichen, nicht-kommerziellen Gartenarbeit um den Versuch, Lebensmittel lokal, transparent und nach ökologischen Kriterien zu erzeugen als Alternative zum Konsum von Verbrauchsgütern, die unter konventionellen, kapitalistischen Gesichtspunkten global produziert und gehandelt werden. Dass es sich dabei nicht nur um eine -Untergrund--Bewegung handelt, zeigen die städtisch geförderten Initiativen zur Umwandlung offen gelassener Industriebrachen in Gemeinschaftsgärten sowie das ständig wachsende Angebot der Stadt München an Krautgärten, um dem steigenden Bedarf nach urbanen landwirtschaftlichen Flächen nachzukommen. Das Phänomen des -Urban Gardening- ist sehr vielfältig und teilweise sogar widersprüchlich: Es reicht von der Protestbewegung des Guerilla Gardening bis zu den Selbstversorgungsparzellen in den Kleingartenkolonien, die aufgrund ihrer neuen Beliebtheit im Wandel begriffen sind. Im Seminar loten wir dieses Spektrum aus: Es wird das aktuelle urbane Gärtnern eingeordnet in historische Garten- und Ökologiebewegungen (z.B. Gartenstädte, Schrebergärten) und neue Projekte werden empirisch erforscht; dazu sind auch Ortstermine geplant. Da der Fokus auf den Praktiken liegt, haben die Studierenden die Möglichkeit, im Verlauf des Semesters eigene Feldforschungsprojekte zu entwickeln. Schmidt, Barbara U. , Dr. LMU München WiSe 1415 Dr. phil. Barth Manuela phil