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Uni-Dortmund
14. März 2017

Seminar Grundlegung zur Metaphysik der Sitten Kant Klassiker Neuzeit

Nach Kants Auffassung erhalten wir moralische Handlungsorientierung durch die Vernunft. Moralische Pflichten sowie moralische Verbote lassen sich nach seiner Auffassung aus einem einzigen obersten Moralprinzip ableiten - und wie dieses lautet, kann man durch vernünftige Überlegung einsehen. In der Grundlegung...

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Nach Kants Auffassung erhalten wir moralische Handlungsorientierung durch die Vernunft. Moralische Pflichten sowie moralische Verbote lassen sich nach seiner Auffassung aus einem einzigen obersten Moralprinzip ableiten - und wie dieses lautet, kann man durch vernünftige Überlegung einsehen. In der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten bestimmt Kant das oberste Moralprinzip unter Verweis auf die Vernunftfähigkeit des Menschen als kategorischen Imperativ: -(...) ich soll niemals anders verfahren, als so, daß ich auch wollen könne, meine Maxime solle ein allgemeines Gesetz werden- (Kant, GMS, erster Abschnitt). Der kategorische Imperativ zeichnet sich dadurch aus, dass er Handlungen vorschreibt, die man unbedingt ausführen soll - unabhängig davon, ob das Handeln den eigenen Neigungen entspricht oder nicht. Dass Menschen jedoch unabhängig von dem, was ihre Neigungen sind, handeln können, ist auf den ersten Blick keineswegs selbstverständlich. Deshalb widmet sich Kant außerdem der Frage, weshalb sich Menschen dank ihrer Vernunft als fähig verstehen müssen, den kategorischen Imperativ auch zu befolgen, wobei er ebenso die Grenzen einer Erklärung moralischen Handelns diskutiert: -Die Frage also, wie ein kategorischer Imperativ möglich sei, kann zwar soweit beantwortet werden, als man die einzige Voraussetzung angeben kann, unter der er allein möglich ist, nämlich die Idee der Freiheit, (...); aber wie diese Voraussetzung selbst möglich sei, läßt sich durch keine menschliche Vernunft jemals einsehen- (Kant, GMS, dritter Abschnitt). Im Seminar wird es also zum einen um Kants Argumentation dafür gehen, dass der kategorische Imperativ das oberste Moralprinzip ist, und zum anderen darum, wieso Kant glaubt, dass wir moralisch handeln können. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern können gerne verschiedene Ausgaben der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten verwendet werden. Als Ausgabe mit Kommentar eignen sich z.B.: - Horn, Christoph, Mieth, Corinna und Scarano, Nico: Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten. Kommentar von Christoph Horn, Corinna Mieth und Nico Scarano, Frankfurt/Main, Suhrkamp, 2007. Kosten: ca. 11 Euro ( ISBN: 978-3-518-27002-8 ). Diese Ausgabe ist mehrfach in der Lehrbuchsammlung vorhanden. - Timmermann, Jens: Immanuel Kant, Grundlegung zur Metaphysik der Sitten , Göttingen, Vandenhoeck und Ruprecht, 2004. Kosten: ca. 20 Euro (ISBN 978-3-525-30602-4). Zur Vorbereitung eignet sich, neben den Kommentarteilen der oben genannten Ausgaben, auch: - Schönecker, Dieter und Wood, Allen W.: Kants -Grundlegung zur Metaphysik der Sitten-. Ein einführender Kommentar. Paderborn u.a., Schöningh, 2011 (ISBN: 978-3-8252-3608-3). Kosten: ca. 15 Euro. Technische Universität Dortmund SoSe 2012 Hinn Laura