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Uni-Kassel
14. März 2017

Seminar Hapo zamani zakalee Mise dru lo und Es war einmal Ein interkultureller Vergleich von Gewaltformen in südafrikanischen und deutschen Märchen

Gewalt ist ein altbekanntes gesellschaftliches Phänomen, das auf der ganzen Welt existiert und in der Literatur verstärkt thematisiert wird. Unter soziologischer Betrachtung, ist Gewalt eine Machtquelle: der Gewaltausübende missachtet und bricht den Willen des anderen. Dies geschieht in unterschiedlichen Formen,...

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Gewalt ist ein altbekanntes gesellschaftliches Phänomen, das auf der ganzen Welt existiert und in der Literatur verstärkt thematisiert wird. Unter soziologischer Betrachtung, ist Gewalt eine Machtquelle: der Gewaltausübende missachtet und bricht den Willen des anderen. Dies geschieht in unterschiedlichen Formen, wie der physischen oder der psychischen Gewalt. Märchen spiegeln die verschiedenen Formen wider, unabhängig davon ob sie aus Südafrika oder Europa oder speziell aus Deutschland stammen. Allerdings wird die Bedeutung von Gewalt je nach kulturellem und historischem Kontext unterschiedlich bewertet und wahrgenommen. Einstimmig kann gesagt werden, dass Zitate aus den Märchen der Brüder Grimm wie -.dein Brüderchen mag nun fett genug seyn oder nicht, morgen will ich es schlachten (…).- oder -(…) sie mußte elendiglich verbrennen.- als Beispiele für physische Gewalt gelten. Auch die ungefragte Vermählung von Frauen mit fremden Prinzen gilt in der westlichen Gesellschaft als Exempel für Macht und Gewalt. Anders verhält es sich heute noch in manchen südwest afrikanischen Stämmen. So wird das Märchen -Das hochmütige Mädchen- aus Nigeria in der Schule vorgelesen, um Mädchen von einer selbstbestimmten Wahl des Ehepartners abzubringen: -Dann gebot der Vater seiner Tochter, einen seiner Freunde zu heiraten, und das tat sie nun bereitwillig und lebte viele Jahre mit ihm und hatte viele Kinder.- Hier wird die Zwangsheirat nicht als Form von Gewalt angesehen, sondern als fester Bestandteil der Gesellschaft. In diesem Seminar wollen wir untersuchen, welche verschiedenen Formen von Gewalt in (südwest-) afrikanischen und deutschen Märchen vorkommen und wie sie literarisch dargestellt werden. Wir wollen herausfinden, ob diese Formen kulturspezifisch oder kulturunabhängig sind. Dabei wird genauer auf die Täter- und Opferrolle eingegangen und untersucht, ob geschlechtsspezifische Muster zu erkennen sind. Als Primärliteratur nutzen wir die Ausgabe letzter Hand der Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm und die von Nelson Mandela herausgegebene afrikanische Märchensammlung. FB 02 Institut für Germanistik Studienleistung: regelmäßige, aktive Teilnahme, Kurzreferat Prüfungsleistung: regelmäßige, aktive Teilnahme, Kurzreferat sowie Klausur, Hausarbeit oder Kolloquium Obligatorisch für alle: Vorbereitung der einzelnen Seminarsitzungen durch Lektüreaufgaben Klausur, Hausarbeit, Kolloquium Uni Kassel WiSe 2014/15 Deutsch Zweitfach Djinkpor Essi